Glück gehabt

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Wow, was ein Spiel das am Dienstag war. Ich habe zufrieden an ein paar Illustrationen für mein Rollenspiel gearbeitet, da donnert es Jubel von ganz Marburg durchs offene Fenster. „Cool, 1:0, so früh?“ dachte ich mir. Und dann…

bäm, bäm, bäm. bäm. bäm, bäm….. Erst wurde der Jubel gewaltiger, und ab dem dritten Tor weniger, beim 5. war es schon verdächtig ruhig. So ganz konnten es wohl auch die Fußballfans nicht glauben was da passiert ist.

Während ich dann so zeichnete und dem Jubel Marburgs lauschte habe ich einfach einen Nachrichtenticker auf meinem Laptop geöffnet um ein wenig mehr im Geschehen zu sein. Und dann liest man ja was auch sonst so auf der Welt passiert. Ich informiere mich eigentlich sehr stark über die Weltgeschehnisse, oder versuche es zumindest. Und wieder wurde mir klar, was für ein verdammtes Glück ich habe, zu dieser Zeit in diesem Land geboren zu sein. Das klingt etwas blöde, ich weiß, aber ich bin Dankbar dafür das ich so privilegiert geboren wurde. Eine Sache die man nicht beeinflussen kann, und auf die man erst recht NICHT stolz sein kann.

Seit dem ich Vater bin verstehe ich viele Dinge noch weniger, als ich sie schon früher nicht verstanden habe. Kriege, Rassenhass, Ausbeutung etc… um so mehr man sich damit befasst um so schlimmer wird es, und ich glaube es war nie „besser“. Um so glücklicher bin ich darüber was ich habe, und wie ich leben darf.

Ich wünsche euch in diesem Sinne allen nur das Beste. Seit großartig zueinander und versucht Gutes zu tun, und wenn es nur was kleines ist.

EDIT: Um noch für etwas mehr Klärung zu sorgen, da es auf verschiedenen Vertriebswegen hier zu Missverständnissen gekommen ist.

Ich habe mit meinem Existenzbogen nicht gemeint das ich Homosexualität, Frausein, oder NICHTWeißsein als etwas schlechtes ansehe. Ich bin auf Grund unserer Gesellschaft und unserer gelebten Kultur durch die aufgeführten Punkte allerdings Privilegiert. Mein Leben ist auf Grund dieser Charakteristika leichter, da Homosexualität, Weiblichkeit oder eine dunkle Hautfarbe oder bestimmte Nationalitäten in unserer Kultur immer noch als etwas negatives oder schwaches und ablehnenswertes angesehen wird. Ich begrüße das in keinster weise, doch leider ist es eine grausame Realität von der ich profitiere.

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10 Gedanken zu „Glück gehabt

  1. Kann diesen Gedanken gut nachvollziehen :/ Vor allem, wenn man die Neuigkeiten der letzten Wochen und Monate so betrachtet, danke ich dem Universum, dass es mir derartig den Staubzucker in den A**** geblasen hat. Immerhin hätte es durchaus anders kommen können :/
    Macht einen allerdings auch sehr nachdenklich :p Denn wann, endet diese „Glückssträhne“ wohl…?

  2. Schon allein, dass man ein Bett und ein eigenes Zimmer hat setzt einen in die priviligierten, oberen 30 %. Ich muss sagen, dass ich mir das auch immer versuche vor Augen zu halten, wenn man sich mal wieder über Kleinigkeiten aufregt. Ebenso, wie ich mich bewusst über Tage freue, an denen ich gesund bin und es mir seelisch gut geht. Das ist auch so gar nicht selbstverständlich.

    Aber unabhängig von allem war das Spiel (das einzige WM Spiel, das ich gesehen habe, war wohl eine gute Wahl) tatsächlich sehr interessant anzuschauen. Gerade die Solidarität der Deutschen mit den Brasilianern danach, die „Down To Earth“-Haltung der Spieler, der Jubel der brasilianischen Fans für die Deutschen, obwohl ihr eigenes Team gerade haushoch verliert… ich bin ja extremst selten irgendwie gerührt von Fußball, aber das fand ich irgendwie groß. Auch, dass sich die Aggressionen im Stadion wirklich ziemlich zurück gehalten haben…

  3. Ich bin ja ein echter Fan deiner Comics und will hier gar keine große Diskussion vom Zaun brechen, aber Zeile 4 deines Bogens finde ich deiner nicht angemessen, sonst müssen wir über Zeile 6 nochmal reden

    • Olla, ich glaube da wurde ich missverstanden. Ich will mit dem Bogen nicht sagen das ich etwas gegen Homosexualität habe. In unserer Gesellschaft ist man mit diesen Punkten privilegiert. Das heisst nicht, dass ich das richtig finde, es macht mein Leben nur wesentlich leichter, weil unsere Gesellschaft immer noch Homosexualität, Weiblichkeit und niedere Arbeit geringschätzt. Wenn gewünscht, schreibe ich in meiner Sparte „Wertverlust und so…“ über alle Punkte ganz detailreich, was ich meine. (Würde ich eh mit der Zeit machen, aber nicht sofort 😉 )

    • Zum Thema „Privileg“ und genauer „Male Privilege“ gibt es hier auch noch einen sehr guten Artikel: http://amptoons.com/blog/the-male-privilege-checklist/

      Der Begriff „Privileg“ hat sich in den verschiedensten Social Justice-Debatten etabliert und beinhaltet mitnichten, dass dies tatsächlich „besser“ sei, sondern schlicht, dass privilegierte Personen es damit leichter haben.

      Ansonsten hat Leander ja auch bereits klargestellt, was er meint 🙂

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