Handicap = Qualifikation

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16 Gedanken zu „Handicap = Qualifikation

  1. Ich kenn das aus Norwegen, da ist es ganz schlimm, weil alles mehr oder weniger tariflich geregelt ist; die müssen besser Ausgebildeten mehr zahlen, weswegen es ab einem gewissen Abschluss schwer wird Arbeit zu finden.
    Meine Mama würde wahnsinnig gerne eine Ausbildung zur Krankenschwester machen, sie arbeitet zur Zeit als Krankenpflegerin in einem Altersheim. In Norwegen gibt es drei „Stufen“:
    Krankenpflegerin, Krankenschwesterhelferin und Krankenschwester. Nachdem sie sich den Arbeitsmarkt über mehrere Jahre angesehen hat, hat sie festgestellt, es lohnt sich gar nicht eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen. Die Altersheime müssten ihr mehr zahlen und deswegen würde sie niemand einstellen, ausser, wenn das Altersheim eine Quote erfüllen müsste (jedes Altersheim hat die Auflage so und so viele Krankenschwester einzustellen). Hinzu kommt noch das Alter.

    Als Studentin einer Geisteswissenschaft kann ich davon ein Lied singen:
    Seit der „Wirtschaftskrise“, also seit 2008/ 2009 (mittlerweile habe ich den Eindruck, dass wir aus der „Wirtschaftskrise“ längst raus sind, der Privatsektor die „Wirtschaftskrise“ als Ausrede hernimmt, um Scheisse zu bauen) bemerke ich folgenden Trend:
    Private (PR- Agenturen, Werbeagenturen, Anwaltskanzleien, Marketing ect.) stellen keine Leute fest ein, sondern die Studentin, die sich natürlich über die 10- 12 Euro freut. Anfangs heisst es noch (so war´s z.B. in der Anwaltskanzlei, wo ich neun Monate ausgeholfen habe) das alles doch kein Problem sei, man würde mir alles zeigen; aber nach drei Monaten führten die sich auf, als ob ich eine ausgebildete Anwaltssekräterin mit zweijähriger Berufserfahrung wäre.

    • Habe ähnliche Erfahrungen gemacht, allerdings nicht als selbst betroffener. Aber es gibt echt betriebe die völlig auf Qualität und gutes Gehalt scheissen und dann ihre Auszubildenen als volle, verantwortliche Kraft nutzen.

      Ich bin so froh das ich jetzt in einem guten Betrieb arbeite in dem ich mich nicht ausgebeutet fühle. Das ist sau viel wert.

  2. Deutsch-Agentur, Agentur-Deutsch

    1. Überqualifiziert Zu hohe (aber berechtigte) Gehaltsansprüche

    2. Wir suchen einen 20-jährigen multimedial in Print und Nonprint topqualifizierten Gestaltungsprogrammier-ManagerDirector mit drei Auslandsemestern im Schwerpunkt Projektmanagement und Ausdruckstanz und 34 Jahren Berufserfahrung Wir suchen einen 20-jährigen multimedial in Print und Nonprint topqualifizierten Gestaltungsprogrammier-ManagerDirector mit drei Auslandsemestern im Schwerpunkt Projektmanagement und Ausdruckstanz und 34 Jahren Berufserfahrung der bereit ist bei uns für nen Appel und ’n Ei zu ackern.

    Ich drücke dir weiterhin die Daumen und erwarte dich im Zauberland des freien Marktes! 😉

    • Japp, das auf jeden Fall. Ich meine das Ehrlich. Diese Mail ist wirklich sehr freundlich, und ich nehme es dir Firma an sich auch nicht übel das sie mich für überqualifiziert empfinden, wäre auch blöde 😀

      Diese Mail ist für mich allerdings die Manifestation der derzeitigen Marktsituation die ich erfahren habe. Die Agenturen und andere Medienfirmen schreiben eine endlos lange Liste an Anforderungen in ihre Arbeitsangebote und wollen dann doch nur einen kleinen Pixelschubser. Firmen verlangen 2-6 Jahre Berufserfahrung und die Fähigkeit alles zu beherrschen, suchen aber in Wirklichkeit nicht solche Leute.

      Das ist sehr schade. Ich verstehe auch nicht ganz die Intention dahinter. „Wow das ist jemand der wirklich viel gelernt hat und möchte bei uns arbeiten. Lass ihn doch mal kommen und schauen ob das klappt, vielleicht können wir in Zukunft dadurch mehr Qualität liefern oder irgend etwas anderes verbessern“ Nein, es ist leider so das man eher alles Mögliche in die Jobbeschreibung packt um eine sinnfreie Auslese zu betreiben und dann auf jeden verzichtet der für ein angemessenes Gehalt arbeiten will.

      So toll ich es finde gesagt zu bekommen das ich eine sehr sehr hohe Qualifikation habe, es bringt mir nichts wenn mich diese Qualifikation daran hindert einen festen Job zu finden. Den diese Absage ist nicht die erste, nur die direkteste. Was ich der Firma hoch halte, aber mehr auch nicht. Wenn man solche Qualifikationen nicht benötigt sollte man seine Jobbeschreibung auch anders formulieren. Leider machen es viele Firmen aber genau so.

      Ohne Scheiss, es ist ja schon ziemlich schön gesagt zu bekommen das man ja „sooo toll“ ist aber irgendwie ist es auch unendlich verwirrend deswegen ne Absage zu bekommen. Aber es bestätigt mich in meiner Erfahrung das die meisten Firmen gar nicht wirklich auf Qualität aus sind. Es geht halt um Massen-Fertigung durch Pixelschubser denen man nicht so viel bezahlen muss. Es ist die Situation auf dem Markt die durch diese Mail für mich ihre Manifestation erhält.
      Ich kann es bedingt verstehen, schade und nervig ist es trotzdem.

      Ich glaube ich werde das ganze mal ausführlicher in der Sparte Zeichner-Hirn austexten, ich habe gerade selber interesse daran gefunden 😀 aber das mach eich morgen wenn ich etwas Zeit habe.

    • Ich glaube das ist es mir nicht wehrt. Es bestätigt mich in meinem Streben dann doch Selbstständig zu werden, allerdings wäre eine Halbtagsstelle in diesem Bereich was schönes gewesen…. aber ich habe Pech…. ich bin halt Überqualifiziert… *Kopf Schüttel*

  3. Irgendwie ist so ne Absage ja schon unverschämt.

    Jetzt bleibt mir aber noch die Frage ob man lieber so ne Absage bekommt, oder Überqualifiziert und völlig Unterbezahlt dann dort arbeitet.

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