Conbericht – Comic Con Germany 2019

So, Alle Erlebnisse sind noch frisch. Schnell was dazu schreiben, bevor ich wieder alles vergesse ;)

Die Nummer ist in diesem Bild leider eine völlig falsche… mehr dazu später im Text :)

Ahoi! Das war sie also, die Comic Con Germany 2019. Ich war hier schon letztes Jahr. Auch dazu hatte ich einen Con Bericht geschrieben. Siehe HIER. Den Bericht hier werde ich ähnlich aufbauen. Ich beschreibe dieses Event aus der Sicht eines Illustrators mit Stand. Will heißen, meine Eindrücke werden stark von denen der größeren Aussteller*innen, Besucher*innen und natürlich auch den Stars abweichen ;) Also…


Das Vorspiel:

Ich habe sehr viele Projekte am Laufen und konnte in dem letzte Jahr quasi nichts davon abschließen, bloß starten. Daher hatte ich nicht viel neues zu bieten. Die einzigen zwei neuen Dinge die ich dabei hatte waren aufwendig gemachte Lesezeichen und eine gratis Leseprobe zu meinem Langcomicprojekt MAGUN (Der Comic) den man gratis bei Tapas.io lesen kann.

Mein Ziel für die Con war es viel Werbung für meinen MAGUN Comic zu machen, damit dadurch, hoffentlich ;) auch Leute auf meine Patreonseite kommen und mich dort unterstützen, damit ich mehr Zeit in diese Projekte stecken kann.
So weit so gut. Ich hatte also Werbeausgaben eingeplant, und so kalkuliert, dass, wenn die Einnahmen wie letztes Jahr sind, ich mit einem akzeptablen Plus nach Hause gehen kann.

Ich bin wieder bei Verwandten untergekommen, sparte mir also Unterkunftskosten und freute mich auf eine klimatisierte Halle, denn der Wetterbericht versprach (und hielt) sehr heisses Wetter. An dieser Stelle möchte ich die Social Media Abteilung der Messe Stuttgart grüßen :) (Link zum Twitteracount von Stuttgart) Und vor allem dem Techniker (Link zu einem bestimmten Tweet) danken, der dafür sorgte das wir in der Halle angenehm gekühlt wurden :) Allgemein hatte ich sehr viel Freude an den Tweets der Messe Stuttgart. Das Gelände der Messe ist auch eines meiner liebsten Messegelände. Selten kommt man so bequem und schnell vom Auto in die Hallen wie hier.

Und auch ganz wichtig. Danke an die Veranstalter der Con. Ich kenne den Veranstalter von anderen Cons, wie die FedCon und HobbitCon. Und es war wie immer gut organisiert und freundlich. Ich fühle mich als Illustrator und Aussteller immer sehr gut aufgehoben dort.


Der erste Tag

In aller Frühe machte ich mich also auf den Weg. Erster Schreck… die Tischnummer – die ich seit Wochen über Twitter rumposaunte – war falsch. Vielleicht habe auch ich einfach etwas falsch nachgeschlagen, oder das System der Messe hat mir eine veraltete Nummer geschickt, aber ich stand vor einem aufgebauten Stand. Aber ein Blick auf mein Ticket half mir dann doch meinen richtigen Tisch zu finden. Und was ein Glück, er war neben de Michl den ich als traditionellen Tischnachbarn wirklich vermisst hätte. Michl ist einer der Gründe warum ich Webcomics mache, und er ist nicht nur ein guter Witzebildzeichner, sondern auch mit einer sehr angenehmen Stimme gesegnet, wie man in seinem Podcast hören kann. Hier überall zu finden: Spotify • iTunes •  Soundcloud •  YouTube

Der Tag fing spitze an und lief besser als der erste Tag im letzten Jahr. Ich hatte mehrere Zeichenaufträge und glich den relativ schlechten Verkauf mehr als aus. Am Ende machte ich fast das Doppelte wie letztes Jahr zu dieser Zeit. Ich spürte meinen bisherigen Einnahmerekord zittern :) Und wie immer hatte ich tolle Gespräche. Traf wieder viele tolle Menschen, sah bekannte wie neue Gesichter.

Die großartige Sarah war auch da.

… mal kurz die Stars treffen ;)

Ich kann hier gar nicht alle aufzählen, daher schaut am besten auf der Künstlerseite der Comic Con wer alles dar war. Besonders habe ich mich natürlich über die gefreut, die ich seit meiner ersten Con immer wieder sehe und die mich am Anfang meiner Comicblogerfahrung motiviert haben, und die ich immer zu großen Teilen beim wunderbaren Kwimbi-Stand treffen kann. Es sind einfach unglaublich viele großartige Menschen da draußen unterwegs. Es tut immer gut sie zu sehen, und nicht nur bei Twitter zu folgen ;)

Dann war da auch noch die Presiverleihung des Ginco-Award auf die ich mich sehr gefreut habe. Ich finde es super, dass es diesen neuen Comicpreis gibt. Die Szene hat ein bisschen was neueres und frischeres, mit einer etwas diverseren Herangehensweise nötig. Ich habe dann auch gleich mal bei einer der Siegerinnen einen Comic abgegriffen :) Die Liebevoll gezeichnete Geschichte Massu Schmiedetochter, von Ines Korth, erschienen beim Schwarzen Turm ist wirklich ihr Geld wert!.

Völlig erschöpft, und sehr zufrieden habe ich diesen ersten Tag hinter mir gelassen, und den Schlaf nachgeholt den ich so sträflich vernachlässigt habe.

 


Der zweite Tag

Schwer motiviert, aber immer noch unglaublich müde machte ich mich an meinen Stand. Letztes Jahr haben die Besucher am Sonntag alles gekauft, was sie sich am Samstag ausgeguckt hatten, aber erst später kaufen wollten um nicht so viel zu schleppen. Ich stellte mich also auf einen größeren Umsatz ein. Und hui was wurde ich in die Schranken gewiesen. Kaum Aufträge, kaum Verkäufe. Erst nach 14 Uhr kamen ein paar Käufer*innen und holten sich Comics bei mir ab.

Wie immer, und das ist jetzt mein 9. Jahr in folge mit Conbesuch, habe ich es nicht geschafft voraus zu sagen was sich verkaufen wird. Alles was letztes Jahr gut ging blieb wie ein Stein liegen, alles was letztes Jahr eher die Beliebtheit wie trocken Brot hatte ging dieses Jahr ganz gut weg. Lesezeichen wurden nicht mal zur Hälfte so gut gekauft. Schluderie brachte zwar viele zum Lachen, aber kam nicht an die Verkaufskraft der letzten Jahre ran. Aber dafür konnte ich ANDERS wieder unters Volk bringen. MISSION: WEIHNACHTEN, mein Langcomic, erschienen im schönen COPPENRATH Verlag ist bis auf ein Exemplar ausverkauft und selbst mein „Zeitzeugen eines Haushalts“ – das sich bis jetzt als absolutes Verlustgeschäft entpuppte – hatte einige wenige Menschen begeistern können. Und für einen Moment, so gegen 16 Uhr, dachte ich mir; Vielleicht schafft der Tag es ja noch richtig gut zu werden (Finanziell). Aber leider… nein. Die Besucher*innen gingen oft ohne auch nur im Ansatz nach links oder rechts zu gucken an den Ständen vorbei. Ich kam mir teilweise wie Tapete an der Wand vor. Aber ich hatte trotzdem noch ein paar sehr schöne Gespräche und lustige Begegnungen. Und, fast am wichtigsten, ich habe wieder meine traditionellen Con-Pommes bekommen :)

Am Ende des Tages hatte ich nur ein Viertel von dem Umgesetzt was ich am Tag davor gemacht habe, und damit insgesamt weniger Umgesetzt als letztes Jahr. Ich kam diese Messe auf einen Stundenlohn von 6,92€ (vor Steuer) (Ich rechne den Nettogewinn meiner Verkäufe und Zeichnungen (Also nach Abzug von Druckkosten pro verkauften Exemplar, Eintritt, Parkticket, Essen, Sprit…) durch die Fahr- und Standzeiten. Der Umsatz ist natürlich deutlich größer) Das ist kein guter Schnitt für meine Verhältnisse, aber mein Rekordtief von der  letzten von mir besuchten SPIEL in Essen wurde zum Glück nicht erreicht. Ich mache auf der Comic Con in zwei Tagen mehr Geld als früher auf der SPIEL in 3 Tagen. Der 4. Tag auf der SPIEL hat es natürlich aufgewertet, aber auf den Stundenlohn gerechnet ist die Comic Con immer noch besser für mich. So… nun sind knapp 7€ Brutto nicht gerade die Welt… aber ich habe dieses Jahr auch primär das Ziel gehabt meine Leseproben unters Volk zu bringen. Un das hat geklappt. Über 150 Leseproben habe ich abgenommen bekommen. Weitere sind noch im Umlauf. (Danke Kwimbi an dieser Stelle) Ich habe also kein Minus, sogar ein Plus gemacht. Trotz schlappen Tag habe ich damit mein Ziel erreicht. Und wenn ich durch die Tage dort ein oder zwei Patrons gewinnen kann, hat sich das ganze schon wieder mehr als gelohnt.

Auch vielen anderen Zeichner*innen und Indiecomicständen ging es wie mir. Der Verkauf hielt sich sehr in Grenzen. Es ist einfach nicht leicht abzuschätzen was sich wie verkauft. Aber es war wieder gut genug um nächstes Jahr wieder zu kommen (Für mich).


Andere Eindrücke

Wie letztes Jahr auch gab es ein Heft in das man sich als Zeichner*in eintragen lassen konnte. Ein kleiner „Reiseführer“ für die Indieszene auf der Messe. Ich finde dieses Heft immer spitze. Und jede*r Zeichner*in bekommt einen Satz an den Stand gestellt um es beim Publikum zu verteilen. Allerdings… also zumindest bei mir, sind es zu viele. Ich habe am ersten Tag fast jeden drauf angesprochen, der was bei mir gekauft hat. Die meisten hatten schon eines in der Hand oder lehnten dankend ab. Ich bin nur 3 dieser toll produzierten Hefte los geworden. Ich finde das Konzept dieses Heftes so gut, und die Indieszene muss sich gegenseitig den Rücken stärken und vernetzt auftreten. Um so mehr ärgert es mich, wenn ich dann nicht so viel dazu beitragen konnte.

Auch hatte ich das Gefühl, das die Besucher nicht so ganz begriffen haben das es auch Comics in der Künstlerecke gab. Ich bin mir nicht sicher ob die Mischung gut oder schlecht ist. Mein Stand selbst hat neben Comics auch eine kleine Kunstecke, wo ich meine Reprints und Lesezeichen verkaufe. (Siehe Rechts im Bild)

Mein Stand auf der CCON 2019

Ich würde mich aber inzwischen mehr bei Indiecomics einsortieren. Dagegen spricht aber auch, das ich ja am Stand viel zeichne, und das könnte auch wieder übersehen werden, wenn die Leute hier „keine Zeichner*innen“ erwarten. Ich weiß es nicht, aber ich finde man könnte es mal ausprobieren wie es sich auswirken würde, wenn die die primär eigene Comics verlegen mit Indieverlagen zusammen einen Bereich bekommen, der räumlich leicht von den reinen Zeichner*innen getrennt wird. Aber da ich nicht mal abschätzen kann was sich in welchem Jahr von meinen eigenen Sachen verkauft sollte ich vielleicht auch hier nicht spekulieren ;)

Fazit

Es war wieder schön. Tolle Leute, tolles Messegelände, schöne Zeit. Auch wenn der Sonntag etwas „langweilig“ wurde und meine Verkäufe schlechter waren, ich komme wieder. Es geht ja auch um das gesehen werden. Es macht natürlich mehr Spaß, wenn das ganze sich finanziell lohnt, denn diese direkten Verkäufe sind quasi greifbare Anerkennung durch das Publikum.

Ich habe vor im kommenden Jahr mehr regionale und lokale Cons zu besuchen. Alles was schnell erreichbar ist. Cons wie die Dreieichcon, die Marburg Con etc. Einige davon habe ich mir dieses Jahr als Besucher angesehen, und diese sind alle deutlich kleiner als die SPIEL oder die Comiccon, aber man ist entspannter, konzentrierter und kann sich mehr Zeit mit den Ständen lassen. Die Reizüberflutung die einen so ermüdet ist nicht gegeben und das Publikum ist sehr interessiert. Ich kann mir vorstellen, dass der Umsatz dort sogar im Verhältnis besser ist, da ich sehen konnte, dass die Besucher*innen bei jedem Stand etwas mitnehmen, gerade weil es so wenige sind muss man sich fast nicht mehr entscheiden, ob man nur bestimmte Dinge kauft.

Mal sehen was die Zukunft bringt, und ob die kleineren Cons sich „mehr lohnen“. Die Comic Con werde ich jedenfalls nicht ausfallen lassen, aber ich werde meine Fühler etwas weiter ausstrecken.

Wie waren eure Eindrücke? Wart ihr auch mit einem Stand dort, oder als Besucher*in? Ich freue mich über eure Geschichten und Eindrücke, und vielleicht kann man ja noch was daraus lernen und verbessern.

Haut rein. Habt eine wundervolle Woche. Ich versuche mal wieder einen Comics für den übernächsten Donnerstag zu schaffen ;)

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