Zeichenblockaden

FUCK Zeichenblockade Hallo ihr weltbesten Leser und Follower. Ich wollte euch mal einen kleinen Eindruck in meine Denkweise als Zeichner verschaffen. Ich habe vor einiger Zeit ein kleinen Bild gepostet, auf dem man mich sieht wie ich “FUUUUCK! ZEICHENBLOCKADE!…” brülle. Dazu kamen sehr nette und witzige Kommentare. Diese haben mich aber dazu gebracht mal über meine Zeichenblockaden nachzudenken.

Meine UnterstützerInnen bei Patreon haben das ganze auch etwas persönlicher in Videoform von mir bekommen, aber ich dachte mir, es ist vielleicht auch für andere spannend. Und vielleicht sogar für andere Zeichner, die ähnliches erleben.

Denn, wenn ich von Zeichenblockade rede, meine ich nicht das gelegentliche “Mist, ich weiß nicht was ich zeichnen soll”-Problem. Es geht mir um eine grundlegende Erschöpfung oder einen Zweifel am eigenen Schaffen, der einen regelrecht lähmen kann.

Ich bekomme solche “Lähmungserscheinungen” fast schon regelmäßig, einmal im Jahr, und meine Frau muss sich dann mein Gejammer anhören. (Dickes Danke und Kuss an dieser Stelle an meinen seelischen Felsen). Inzwischen, auch wenn ich jammere, freu ich mich fast auf diese Phase im Jahr. Das was mich wirklich stört, ist, dass ich dann nicht mehr so produktiv bin. Mein Körper UND mein Verstand verweigern regelrecht die Arbeit. Ich verspüre eine enorme Erschöpfung und einen Verdruss. Die eigenen Arbeiten wirken minderwertig, die eigene Lernkurve wird als zu flach angesehen. Meine derzeitige Lebenssituation erlaubt mir auch kaum noch Zeit zum Trainieren. Das macht es nicht leichter. Denn wie beim Sport: Man muss trainieren um das Niveau zu halten, oder um besser zu werden. Lässt man es schleifen hat man Monate langes Training in wenigen Wochen wieder verloren. Das gilt ja im endeffekt für alles. Egal ob Sport, Kreativität oder [insert your hobby or profession here].

So, warum freue ich mich nun über diese Phase? Sie bringt mich dazu über meine Arbeit nachzudenken. Hilft mich zu sortieren. Und manchmal auch um zu erholen. Manchmal habe ich das Gefühl diese Phase verhindert, dass ich mich überarbeite. Ich vergleiche meine aktuellen Arbeiten mit alten Werken und erkenne meine Fortschritte oder meine neu entstandenen Schwächen. Ich suche nach neuen Inspirationen, neuen Ideen, und schaue welche davon für mich spannend oder hilfreich sein könnten.

Meistens ist es diese Zeit, nach der ich einen Entwicklungsschritt mache. Einen ähnlichen Schub spüre ich immer nach Oktober. Ab der Messe in Essen (Die SPIEL) bin ich meistens völlig ausgebrannt und erschöpft. Dann kommt schon nach kurzer Zeit der Weihnachts”Stress” und man kommt zu nicht viel. Der Webblog macht kurz Pause und ich kann gar nicht so viel an Bilder etc denken. Dann, innerhalb der ersten Monate des neuen Jahres merke ich, dass sich etwas neues in meinen Comics breit macht. Es kann ein Umgang mit Farben sein, oder etwas hat sich in der Darstellung der Figuren oder der Technik geändert. Die Blockadephasen haben einen ähnlichen Effekt bei mir. Es gilt nur diese Phase als solche zu erkennen, sie zu überstehen, und sie auch rechtzeitig zu brechen. Das kostet manchmal etwas viel Kraft, und etwas “Mut”. Dafür ist es aber um so schöner, wenn man sie überstanden hat.

Falls ihr also auch gerade in einer Schaffensblockade seid, egal in welchem Bereich eures Lebens, versucht diese schreckliche Phase auszunutzen. Und ich weiß, dass es schwer ist. Haltet durch!

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