Werte und so…

Hier spreche ich Dinge an die ich kaum ändern kann aber über die man diskutieren sollte um nicht Blind für die Welt zu werden und die mir auf dem Herzen liegen (oder einfach gerade in den Sinn kommen) 🙂 Und wer weiß, vielleicht bringt es ja auch jemanden was.

16 Gedanken zu „Werte und so…

  1. Ja, was war denn da bei der Bravo los?
    In einem Beitrag wurden jungen Mädchen 100 Tipps gegeben, wie sie einen Jungen auffallen. Das ist ja an sich erst mal nicht schlimm. Aber mal ehrlich. Die Bravo war schon immer die kleine, notgeile Schwester der BILD für Teenies, also kann da nicht das beste bei rumkommen. Die Bravo hat viel für die Aufklärung getan. Ich kenne den derzeitigen Stil nicht wirklich, habe aber in den letzten Tagen einen Eindruck bekommen.

    In meinem Comic greife ich einige Begriffe daraus auf, und vermische sie mit anderen „Gesellschaftsnormen“ und etwas „50 Shades of Grey“ 😉

    Bevor ihr weiter lest, vielleicht mögt ihr den Beitrag selber mal nachlesen. Ich habe ihn hier mal verlinkt, so das man ihn lesen kann, denn Bravo hat den Beitrag inzwischen entfernt und sich in einer Stellungnahme entschuldigt: Flirttipps für Mädchen

    So, und hier meine nicht korrigierte Meinung dazu. Achtung, wird länger:

    Schon vor 20 Jahren, als ich alterstechnisch die Zielgruppe war, hat die Bravo „Grenzen“ überschritten und sich an Tabuthemen getraut, die gerade für Pubertierende suuuuper wichtig sind. Ich kann mich da nicht ausklammern (Auch wenn ich die Bravo auch damals eher schlecht fand, um es nett zu sagen). Ich habe mir nie eine Bravo gekauft, aber man hat sie bei Freunden gelesen oder auf Klassenfahrten rumgereicht. Nacktbilder gucken, Leserbriefe über Penislängen und feuchte Vaginas lesen. Man hat viel gekichert und gelacht, und insgeheim was gelernt oder zumindest die innere Neugierde etwas befriedigen oder wecken können. Alles an sich absolut super. Ich bin ein Freund des offenen Umgangs mit Sexualität. Die aktuelle Bravo kommt mir wesentlich flacher und härter vor, aber das mag auch einfach daran liegen, dass ich „alt“ werde. Ich finde auch die intensive Nutzung von „Girls“ und „Typen“ für Jungen und Mädchen komisch, aber hey, wenn man so heute spricht, dann ist das halt so.

    Einige der Tipps sind ja auch völlig in Ordnung. Als Teenie habe ich auch verdammt viel Hirnschmalz investiert um herauszufinden wie ich mein Traummädchen aus meiner Klasse beeindrucken kann. Ich habe auch meine „Wandlungen“ durchlebt, wie fast jeder von uns. Und wie fast jeder von uns war die Teeniezeit ganz ganz schrecklich, weil „hach, mein Schwarm liebt mich nicht, und keiner versteht mich…“ und ÜBERHAUPT. Unsicherheit ist ein großer Faktor in diesem Alter, und mit etwas Pech dominiert es uns ein Leben lang. Tipps, die helfen ein wenig mehr Selbstbewusstsein zu zeigen und sich selbst für sich selbst aufzuwerten sind wunderbar und wichtig. Aber leider sind es nicht solche Tipps.

    Was mich an den 100 Tipps so sehr gestört hat, ist das extreme Verbiegen der Person und dessen Wesen. Jungs wie Mädchen bekommen so einen Dreck die ganze Zeit ab. Später als Erwachsene dann wieder und wieder. Nach dem man dann 99 Tipps gelesen hat, von denen die meisten bei vielen Mädchen gegen ihr Wohlbefinden arbeiten werden, kommt der schöne Spruch: Sei Du selbst.
    Wenn man nicht schon bei einigen Tipps vorher die Krise bekommen hat, dann danach.
    Wir erhalten mit so etwas ein System, dass uns zum Scheitern verurteilt. Wie soll ich selbst bleiben, wenn ich mich komplett verbiegen muss.

    Viele der Tipps sind oberflächlich. Das ist erstmal auch nicht falsch. Wir Menschen sind oberflächlich. Das ist nichts böses. Wir sehen einen Menschen nun mal meistens erst bevor wir ihn kennen lernen. Wir wenden unsere Erfahrungen darauf an und stufen unser Gegenüber dann ein. Was wir daraus machen, und ob wir in der Lage sind das später abzuschütteln, und eine neue Sichtweise auf diese Person zuzulassen ist wichtig.
    Die Tipps bestehen aus typischen „Mädchenstress“. Stress den die Gesellschaft von vielen Frauen, besonders „öffentlichen“ Frauen, erwartet. „Trage jeden Tag andere Kleidung, sonst bist du langweilig.“, „Schminke dich jeden Tag anders, sonst wirst du übersehen.“, „Rasier dich immer und überall, sonst wirkst du ungepflegt.“ Neben diesem ganzen Stress über das Äußere kommen dann noch Sachen dazu die sich ganz stark auf das Verhalten konzentrieren, und die sind in meinen Augen, teilweise aus dem vorletzten Jahrhundert, um es mal übertrieben zu sagen.

    Die Mädchen, meist keine 16 Jahre alt, sollen hier süß, niedlich und Mädchenhaft sein, ABER auch reif, „sexy“ und „geheimnisvoll“. Sprich: „Fromm“, aber sexuell verfügbar. Und das finde ich mehr als nur fragwürdig. Sie sollen zwar selbstsicher sein, aber auf jeden Fall dem „Typen“ unterlegen.
    Diese 100 Tipps tun nicht nur den Mädchen weh, die versuchen sich daran zu halten, sondern auch den Jungs die so etwas lesen und danach Mädchen interpretieren.
    Müssen wir uns so etwas antun. Müssen wir uns gegenseitig immer so verbiegen und in etwas hineinzwängen? Sind wir so geil auf’s Scheitern? Leider ja, wenn man sich die Welt so ansieht.

    Und ja, es gibt wichtigeres als einen Artikel in der Bravo. Aber auch Kleinvieh macht Mist 🙂

  2. Seit ich Vater bin… (Achtung Schnulzgefahr, aber ehrlich gemeint)
    Seit dem ich Vater bin hat sich einiges in meinen Sichtweisen gegenüber der Welt geändert, verstärkt und relativiert. Für alle, die keinen Bock haben, sehr viel zu lesen, hier eine tl;dr Version.

    Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass …
    – Karrieregeilheit Gift für eine gesunde Beziehung zu Partner und Kindern ist.
    – Geld leider eine Notwendigkeit ist, aber nicht alles im Leben. (Siehe Punkt 1)
    – der derzeitige Drang der Politik und Wirtschaft, beide Elternteile in eine 40 h/w Arbeit zu zwängen, damit sie noch mit Müh und Not die Familie ernähren können, eine Misshandlung der Gesellschaft ist.

    Meine Ansichten haben sich verstärkt, in Punkten wie …
    – Kein Mensch sollte Krieg erleben müssen. Keine Menschen, kein Kind sollte Hunger, schwere Krankheit, Misshandlung und Leid erleben müssen.
    – Die derzeitige Politik und Wirtschaft arbeitet gegen ein gesundes Entwickeln von Gesellschaft und beginnt, alte Fehler neu aufzulegen.
    – 40 h/w ist nicht notwendig und als selbstverständlich angesehene Überstunden sind ein reines Zeichen von unfähiger Planung und Unterjochung des Menschen durch einen unmenschlichen Markt, der bereits existierende krankhafte Züge mehr und mehr wuchern lässt und auch noch feiert.

    Ich trage an diesen Punkten mitschuld oder bin hypokritisch, weil …
    – ich nicht immer bewusst und aufmerksam einkaufe.
    – ich bei Händlern kaufe, die nicht gut zu ihren Mitarbeitern sind, und all das fördern, das ich verachte.
    – ich Produkte gekauft habe, die unter sehr schlechten Bedingungen hergestellt wurden.
    ich durch die bereits genannten Punkte ein Teil des Systems bin, das ich als tödlich erkrankt empfinde.
    – ich derzeit keiner Institution spende, die versucht die Welt in einen besseren Ort zu verwandeln. (EDIT: Inzwischen unterstütze ich konstruktiven Journalismus und spende unregelmäßig an nationale und internationale Organisationen die sich für Gesundheit und Bildung einsetzen)
    – ich lange Zeit sehr schnell über Menschen urteilte, ohne ihre Hintergründe wirklich zu kennen. (Was in der Regel fast nicht möglich ist.)

    Um die Welt ein klein bisschen besser zu machen, versuche ich …
    – nur noch für Kunden zu arbeiten, die ich moralisch vertretbar finde.
    – eine Organisation auszusuchen, die ich finanziell unterstützen kann und wenn es nur wenige Euro im Monat sind.
    – mehr darauf zu achten, was ich kaufe.
    – meinen Söhnen eine gesunde Weltanschauung von Gleichberechtigung für jeden Menschen und Liebe vorzuleben.
    – mir immer Zeit für meine Familie zu nehmen, wenn ich oder sie es braucht, und mehr.
    – nicht zu schnell über andere Menschen zu urteilen.
    – mehr zu reisen und die Welt besser zu verstehen.
    – auf niemanden zu hören, der Hass, Mord und Verachtung gegenüber irgendeiner Gruppe von Menschen predigt, die für Existenz nichts können, oder mir ständig versucht Schuldbewusstsein einzureden, weil ich das oder jenes bin, oder zu sein habe. (Werde aber hinhören wenn es darum geht was ich tue)
    – Anderen Menschen es nicht übelnehmen, wenn sie es nicht perfekt schaffen, “gut” zu sein, da auch ich alles andere als perfekt oder “gut” bin, und ich bei all diesen Punkten schon mindestens ein Mal gescheitert bin oder mal scheitern werde. Jeder macht Fehler, und wenn man will, dass man seine eigenen Fehler nicht ständig vorgehalten bekommt, muss man Verständnis für die Fehler anderer Menschen haben, auch wenn es einem schwer fällt.

    Ich blicke auf meine Frau und auf meine beiden kleinen Söhne, und ich muss gezwungenermaßen lächeln. Egal wie anstrengend die Nächte durch die Jungs waren, egal wie quängelig sie sein können. Ich bin so von Glück gesegnet, es wäre eine Schande, wenn ich nicht versuchen würde, die Welt für meine Kinder und meine Mitmenschen schöner zu machen. Selbst mit den wenigen Mitteln, die ich dafür zur Verfügung habe. Und auch wenn es nur kleine Schritte und wenige Schritte sind. Macht man erst einmal einen guten Schritt, folgt schon bald ein weiterer, und ein weiterer. Es ist der Start, der meist am schwersten fällt und er muss bei jedem Thema neu gemacht werden.

    • Die Sichtweise zu ändern und dazu noch in diese Richtung finde ich mehr als löblich. Jedoch sollten schon kleinere Gründe als die Vaterschaft dazu führen menschlicher zu fühlen und besionders zu Handeln. Weiter so.

      mfg Tim


  3. TOLERANT SEIN HEISST ALLES ZU ERDULDEN!?

    Seit längerer Zeit störe ich mich an dem Nutzen des Wortes “Toleranz” in Diskussionen. “Sei doch nicht so intolerant”, “Ich bin ja nicht intolerant, ABER…” oder “Da werden die ach so Toleranten spontan intolerant” sind gängige Formulierungen in vielen Diskussionen. Wie bei so vielen Begrifflichkeiten gibt es anscheinend für viele Menschen nur ABSOLUTE Toleranz und ABSOLUTE Intoleranz. Ich tute mich sehr schwer damit. Vor allem beschreibt es nicht den Begriff im eigentlichen Sinne. Zunächst einmal ein Auszug aus dem guten, lieben Wiki zum Wort:

    Toleranz, auch Duldsamkeit,[1] ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.[2] Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.[3]
    Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt.[4] Das Adjektiv tolerant in der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, belegt,[5] ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.[5]
    Der Gegenbegriff zu Toleranz ist die Intoleranz, in der Bedeutung „Unduldsamkeit“ im 18. Jahrhundert aus dem französischen intolérance entlehnt.[5] Als Steigerung der Toleranz gilt die Akzeptanz, die verstehende Haltung gegenüber einer anderen Person oder ihrem Verhalten.

    Erst mal meine Einstellung zum Begriff als solches:

    Da nun jeder Mensch unterschiedlich ist, und jeder Mensch, egal wie sehr er einer Gruppierung angehört, eine eigene Sichtweise hat, ist de facto JEDER Mensch unterschiedlich tolerant. Wenn man das ganze mehr wie einen Betrieb sieht, wird es klarer:

    Sagen wir, der Mensch ist eine Fabrik. Bei der Produktion eines Produktes hat die Firmenleitung eine Toleranzgrenze eingeführt. Oder einen Toleranzspielraum. Eine Schraube im Produkt hat einen Toleranzspielraum von 0,001 bis 0,1mm. Alles darunter oder darüber ist NICHT tolerierbar, weil es der Firma schaden würde. Entweder finanziell oder sonst wie. Genau so ist es in meinen Augen auch mit der Toleranz zu Überzeugungen, Handlungsweisen oder Sitten. Ein Mensch der also allem gegenüber tolerant ist, ist de facto einfach absolut uninteressiert an der Welt um sich herum. Einer solchen Person ist alles egal. Es ist alles belanglos und unwichtig. In meinen Augen gibt es keine ABSOLUT toleranten Personen. Jeder Mensch hat zu jedem Thema, das ihn irgendwie interessiert, einen gewissen Toleranzspielraum. Man erduldet einfach bestimmte Dinge bis zu einem gewissen Grad, und dann ist Schluss. Das gilt für jeden Menschen und jedes Thema. Und ja, bei einigen Themen kann man keine Meinung zu haben, und damit eine diesbezüglich absolute Toleranz.

    Was mich wirklich stört:

    In einigen Diskussionen kommt gerne die “Argumentation”, dass die “Toleranten” auf einmal intolerant würden, sobald sie die andere Meinung hören. Das ist schon Blödsinn in sich. Tolerant sein, heißt NICHT, einfach alles zu akzeptieren. Natürlich stellt sich ein Mensch gegen eine Meinung, die seine Lebenseinstellung verneint, ablehnt oder gar angreift.

    Wenn sich dann, zum Beispiel, ein gewisser CSU-Politiker über Facebook darüber beschwert, dass die “ach so toleranten Gutmenschen” ihm gegenüber auf einmal intolerant sind, fasse ich mir an den Kopf und frage mich, wo da die Logik steckt. In diesem Beispiel geht es um Homosexualität. Der CSU-Politiker hat sich ziemlich klar dafür ausgesprochen, dass Homosexualität strafbar sein sollte. (Diese Sichtweise zu Homosexualität ist noch mal ein anderer Schnack, über den ich auch mal beizeiten schreiben werde.) Er spricht sich also dafür aus, dass eine bestimmte Gruppe von Menschen, die in keinster Weise aktiv an der Zersetzung der Gesellschaft beteiligt sind oder sonstwie kriminell aktiv werden, aufgrund einer sexuellen Vorliebe hinter Gitter gebracht werden. (Auch noch mal ein Thema…)
    Nun sehen sich viele Menschen durch diese Aussage – in meinen Augen zurecht – bedroht. Denn, wenn diese Idee umgesetzt würde, würden unzählige Menschen für etwas, das sie nicht beeinflussen können (auch das ist noch mal ein Diskussionsthema, ein andermal aber mehr dazu), verhaftet werden. Das betrifft nicht nur die dann Kriminalisierten, sondern auch alle, die mit diesen Menschen zu tun haben, mit ihnen leben, mit oder durch diese Geld verdienen. Darunter auch der Staat selbst. Das ist also eine direkte Bedrohung, und überschreitet also bei vielen die Toleranzgrenze, die meist bei der Bedrohung des eigenen Lebens ganz schnell endet.
    Zu sagen, dass diese Menschen also hypokritisch argumentieren würden, ist also einfach falsch. Sie handeln absolut gerechtfertigt im Rahmen ihrer persönlich gesetzten Toleranzwerte, die natürlich bei jedem Thema anders ist, denn sonst wäre es ihnen egal.

    Das gilt natürlich auch für alle, die anderer Meinung sind. Der besagte CSU-Politiker fühlt sich offensichtlich irgendwie durch homosexuelle Menschen bedroht. Und zwar im selben Ausmaß wie von Betrügern, Dieben, Räubern, Vergewaltigern und Mördern (um einfach mal kriminelles aufzuzählen, ohne dabei all diese gleichzusetzen). Das überschreitet also ganz klar seine Toleranzgrenze und damit ist er in diesem Falle intolerant. Er wäre also dementsprechend sehr tolerant gegenüber der Verfolgung von Homosexuellen.

    Meine Toleranz gegenüber Homosexuellen ist im Gegensatz dazu sehr hoch, und meine Toleranz gegenüber der Verfolgung von Homosexuellen bei 0. Ganz einfach.

    Es ist also einfach nicht richtig zu sagen: “Ach, und auf einmal bist Du da intolerant, und wo anders tolerant, das ist ja voll die Doppelmoral.” Nein, das ist einfach die persönliche Toleranzspanne.

    (Nochmal: Es geht mir nicht um die Aussage über die Homosexualität (die ich bedenklich finde), sondern um diese bestimmte Art der Dialektik Personen Doppelmoral vorzuwerfen wo keine ist)

  4. Photoshoppen
    Immer mal wieder sehe ich Facebookposts oder Internetartikel die sich darüber auslassen wird, dass Photoshopen in den Medien einen extrem negativen Einfluss auf die Jugend – vor allem junge Mädchen – hat.
    Im ersten Moment dachte ich mir: Was soll das Geschrei. Medienbilder – gerade für Werbung – waren immer “optimiert” und “perfektioniert”. Oder glaubt auch nur einer von euch das die gemalten Frauen auf den alten Plakaten für Parfum oder Spühlmaschinen anatomisch 100% korrekt waren?
    Mein nächster Gedanke war: Wenn man so krass gegen die Optimierung von Gesichtern in der Werbung und den Medien ist sollte man auch ein wenig gegen MakeUp sein. Schließlich werden damit auch Poren verdeckt, Pickel retouchiert und Augen und Wangen mehr zum Ausdruck gebracht. – Das Photoshoppen IRL wenn man so will.
    Durch mein Studium und meine Erfahrung als Kommunikationsdesigner ist Manipulation von Bildmaterial nichts besonderes für mich. Und ich den meisten Fällen finde ich es auch absolut nicht verwerflich.
    Danach dachte ich mir: Warum regen sich alle bei Werbung und Plakaten so auf, sind aber bei Kinofilmen selbst absolut still. Das da jeder Pickel und jede Pore entfernt wird, kleine Zwerge auf Podeste gestellt werden damit sie bei Dialogen genau so groß sind wie ihr gegenüber etc stört da niemand. Bei Filmen als solches geht man davon aus das junge Menschen das filtern können. Da ist es Fiktion, bei Werbung nicht?
    Mir ist schon klar, dass: … man das eine nicht unbedingt mit dem anderen Vergleichen sollte. Werbung erzählt nur selten Märchen oder Abenteuer (Also offiziell). Es geht um den Verkauf von realen Dingen die das reale Leben beeinflussen sollen. Vor allem sagt ein Film nicht: Kauf das hier damit du so aussiehst. Werbung schon. Werbung verkauft einem eine Creme und behauptet das die Haut dann so schön Porenfrei wird wie auf dem Bild oder in dem Spot in dem sie angeprisen wird. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
    Wichtig finde ich bei dieser Diskusion: … , dass man sich immer klar machen muss das die meisten Models und Schauspieler ihren Körper als “einziges” Kapital haben und diesen pflegen und hegen (um nicht maltretieren zu sagen 😉 ) so wie andere von uns ihre Fähigkeiten trainieren müssen um up to date im Job zu sein. Was dem Sportler seine Ausdauer oder Kraft ist ist dem Model seine Siluette, seine Körperbeherrschung und Pose.
    Zudem ist die mediale Bildung in diesem Land viel zu mikrig. Ich habe in der Grundschule mal eine Stunde gehabt in der wir über Werbung gelesen hatten. Das war aber mehr als kläglich. Eigentlich sollte man Gelder in Lehrer investieren die auf hohen Niveau die Kinder und Jugend im medialen Umgang unterrichten. Natürlich sollten die Eltern das auch, gar keine Frage, aber meist sind die Eltern noch schlimmer als die Kinder oder bereits weit abgehängt worden. Medial- und Digitalanalphabetismus wird ein großes Problem in diesem Land werden, befürchte ich.
    Und dann ist mir noch aufgefallen, dass … in meinen Augen dieses teilweise schon krankhaft starke Photoshoppen ein klares Zeichen von Unfähigkeit seitens des Fotografen samt Crew und des Models ist. Wenn man sich einige alte und neue PinUp-Fotografien oder burlesque Erotikfotografie ansieht die nicht bis kaum bearbeitet wurden, bemerkt man wieviel man durch die Richtige Haltung, Kamerawinkel und Belichtung bewirken kann.
    Neulich hatte jemand bei Facebook folgende Fotoreihe geteilt die in meinen Augen sehr gut Zeigt was man nur durch Körperhaltung alles bewirken kann.

    Die Macht der Körperhaltung

    Und am Ende muss ich sagen: … Ja, es ist absolut nicht in Ordnung das Körper komplett verformt werden um einem modischen “Optimum” zu entsprechen. Fehler und nicht “perfektes” wird (und wurde) so gut wie nicht aktzeptiert. “Mängel” und “Schwachstellen” werden einem ins Gesicht gedrückt und als ekelhaft, abstoßend oder gar verwerflich vorgeworfen. “Niemand liebt dich wenn du so oder so aussiehst” ist das Credo. Gefühlt verstärkt sich diese Einstellung, aber ich bin erst 30 Jahre alt und kann nicht sagen wie es genau für Jugendliche vor meiner Zeit war. Es ist immer leicht zu sagen “früher war alles besser” aber wenn ich mir ansehe wie Junge Frauen und Männer früher auf den Bildern dargestellt wurden und diese mit Filmen und Fotos der Zeit vergleiche muss ich sagen das so gut wie kein Mensch diesen Bildern entsprach. Ich glaube daher das sich im Endeffekt nicht viel geändert hat. Das Problem ist das die Mittel die wir haben heute viel effizienter sind und leichter eingesetzt werden können.
    Eine Southparkfolge der derzeit aktuellen Staffel geht das Thema auch sehr gut an:

    Southpark – The Hobbit

    Folgendes muss ich aber noch sagen: Ich habe für viele Freunde und Bekannte, für Kollegen und auch für mich selbst Bewerbungsfotos und Hochzeitfotos manipulliert. Ich habe Fältchen geglättet, Pickel vertuscht, speckigen Glanz abgemattet und Augen wie Zähne mehr strahlen lassen. Fusselige Haare gerichtet und Schrammen entfernt. Farben optimiert und durch Schattenwurf den Hals geschmälert. Ich versuche bei solchen Maipulationen niemals Dinge wegzuretouchieren die zum Menschen gehören. Narben oder Muttermale müssen immer bleiben. Ich bearbeite verhältnismäßig wenig, und dennoch ist meine Liste hier echt lang. Ich bin nicht gegen das Maipulieren als solches, genauso wie ich NICHT gegen MakeUp bin. Ich bin auch nicht gegen die leichte Maipulation der Körperformen, wenn gleich ich zustimme dass das eines der Hauptprobleme ist und teilweise bescheuerte und lächerliche Ausmaße annimmt. (Busen vergrößern oder schlechte Körperhaltung eines Stars “korrigieren”)
    Die Medien haben einen mehr als starken Einfluss auf unsere Gesellschaft und mehr als einmal hat und wird sich die Medienindustrie in “self fulfilling prophecies” geflüchtet.
    Denn es ist ein Fakt das Produkte von absolut natürlichen Menschen (und damit meine ich verport, verpickelt und speckig) nicht so gut gekauft werden. Wir Menschen sind optische Wesen. Wir sind alle Oberflächlich, zumindest in den ersten instinktiven und unbedachten Sekunden einer Begegnung. Und oft fallen uns kleine Unebenheiten im realen Leben an Menschen nicht so stark auf. Warum? Weil wir in Bewegung sind und nur selten 10cm vom Gesicht eines Mitmenschen abhängen und Poren zählen. Auf Fotos oder großen Plakaten ist das anders. Und wenn man Fotografiert sieht so wie so alles anders aus. Dieses Medium hat seine eigenen Regeln, so wie Theatermakeup nicht das selbe ist wie Filmmakeup. Ein Foto bleibt starr und bietet die Möglichkeit sehr genau hinzusehen. In nur wenigen Sekunden fallen einem Dinge auf die einem bei einem Menschen im realen Leben niemals auffallen würden wenn man ihn genau so lange ansehen würde.
    Wie bei so vielem sehe ich die Lösung in uns selbst:
    Unterstützt Produkte und Medien mit eher natürlicheren Menschen. Lebt eure Überzeugungen, und lebt diese vor allem euren Kindern vor. Und ja, meckert gut und gerne über angebliche “Plus-Size” Models von H&M die nur deswegen “Plus-Size” sind weil sie nicht abgehungert ausschauen. (Allgemein habe ich ein Problem mit H&M aber das ist ein anderes Thema) Verurteilt schöne und schlanke Menschen nicht, verurteilt Dicke und unperfekte Menschen nicht nachdem ihr sie gesehen habt sofort. Kämpft gegen diesen Instinkt des Schubladendenkens an und schaut was ihr daraus machen könnt. Das klappt nicht immer, vielleicht sogar nur selten, aber es ist einen Versuch wert.
    Sucht eine Stelle an eurem Körper die ihr nicht mögt. Schaut sie euch lange an und versucht etwas spannendes daran zu entdecken. Stellen die man nicht für perfekt oder störend hält muss man nicht gezwungen schön finden. Aber es ist zum Beipsiel nicht so schwer aus “Hässlich” das Wort Spannend und Interessant zu machen. So blöde das jetzt klingt. Man muss natürlich es auch so meinen. Wenn man die Worte nur ersetzt ist das natürlich sinnfrei.

    Und zum Schluss, als Erheiterung, noch ein Bild von mir, vor und nach Photoshop:
    Vor und Nach der Bildbearbeitung

    • Ich denke, generell is photoshppen weder das Böse(tm) oder das Problem. Ich würde allerdings schon sagen, dass die verhältnissmäßig häfige Anwendung ein Symptom eines gewissen trends ist, den ich nicht sonderlich schn oder angenehm finde. Aber es ist nicht die Ursache davon.
      Es ist halt ein Werkzeug, und das kann unter Umständen auch zu schädigenden Zwecken angewant werden. (Oder eben zu Positiven.) Und sicherlich, wie du schon angemerkt hast, auch zur Vertuschung von weniger durchdachter oder professioneller Arbeit.

  5. WAS MAN VON SEINEM MITMENSCHEN VERLANGT

    Ich habe es in anderer Form immer wieder mal angedeutet oder schon angeschnitten. Es gibt ein Grundproblem von uns Menschen das leider – in meinen Augen – für fast alle Probleme des gesellschaftlichen Zusammenseins herhalten kann. Das Verlangen vom Unmöglichen. Wir haben es überall. Religion verlangt von uns – und verbietet – Dinge die man als normal sterblicher Mensch nicht einhalten kann, Politik verlangt von uns einheitlich zu denken, Gemeinden verlangen von uns nicht anders zu sein, Werbung verlangt von uns perfekt zu sein und zu kaufen bis wir tot umfallen, Diskusionspartner erwarten von uns Dinge zu wissen die sie auch wissen, auch wenn man einen anderen Hintergrund hat.

    All diese Sachen die nicht erfüllt werden können – ob gewollt oder unbewusst – führen zu negativen Emotionen, Unwohlsein, Wut, Aggression und Trotz. Klassisches Beispiel: Kirche verlangt das abschalten jeglicher Sexualität ihrer direkten „Angestellten“ (oder sagen wir Sublimierung ihrer sexuellen Triebe zu höheren). Kleineres klassisches Beispiel: Werbung verlangt von uns ewig jung und schön aus zu sehen (oder sagen wir suggeriert das wir nur jung und schön sein dürfen oder nur dann erfolgreich sein können). Die Beispiele können ganze Bücher füllen. Es ist überall. Eines meiner liebsten Beispiele, auch aus der Sparte Kirche, ist das mir religiöse Obermufties sagen wollen das ich als Mann primitiv und dumm bin und deshalb meinen sexuellen Drang nicht unter Kontrolle habe, und deswegen jedes Mädchen und jede Frau SELBST DARAN SCHULD IST wenn sie vergewaltigt wird weil sie ja dumm (oder gar manipulativ) ist und sich „aufreibend“ anzieht. (Das ist noch ein viel größeres Thema, aber hier nur als Teilaspekt)

    Das Problem liegt in den Absoluten, im Fundamentalen, im „Alternativlosen“. Dadurch verdammt man sein Gegenüber zu Fehlern. Und da in unserer Gesellschaft Fehler etwas verachtenswert schlechtes sind, und nicht Situationen durch die wir alleine in der Lage sind zu lernen (Ein Problem das ich mit Schulen und Unis habe… aber dazu ein ander mal) ist die Person die einen Fehler macht – den ich ihr durch meine Erwartung aufzwänge – verachtenswert, minderwertig oder liegt einfach nur falsch. Ich blicke auf diese Person herab. Die Person selbst fühlt sich unwohl, ist mit sich selbst nicht im Reinen, weil sie ja Fehler macht, und bildet aus Ohnmacht heraus eine Grundaggression die sich in verschiedenster Weise kanalisiert.

    Beliebtes Beispiel: Es ist lächerlich von einem Menschen zu verlangen das er niemals einen anderen sexuell ansprechenden Menschen nicht zu „begehren“ oder einfach nur mal schnell „abzuchecken“. Das man (vor allem Mann) nicht gaffen soll ist eine Sache, aber das man einen anderen attraktiven Menschen gerne ansieht ist doch keine Sünde oder Fehler? Jeder tut es? Wem schadet es? Was einen Schadet und was Probleme bereitet ist das was man daraus macht. Ist man in einer Partnerschaft in der es um Vertrauen und Treue geht ist es nicht wild wenn man auch mal andere schöne Menschen gerne ansieht. Es wird dann wild wenn man diesen Drang nicht mehr widerstehen kann und blind nachgibt. Ist man in einer funktionierenden offenen Beziehung ist das anders. Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Wichtig ist nur das man zu seinem Handeln und Denken stehen können muss in Verbindung mit den Mitmenschen die man Liebt und Schätzt. Und, vielleicht am wichtigsten, das man mit sich selbst im Reinen sein kann. Denn nur wer sich selbst liebt und respektiert kann seine Umwelt respektieren und lieben.

    Und genau das wird verhindert durch „absolute“ Wahrheiten. Es besteht eine Kultur der „Bestrafung“ und nicht des Lobes. Wenn zwei Dinge leicht geändert wären würde vieles anders aussehen. (Das es kein Utopia wird und alle sich knutschen ist mir klar) Sagen wir mal – wieder Religion als am besten anbietendes Beispiel – es würde statt „Su sollst …“ einfach nur „Versuche …“ und wenn jemand der es deutlich und ehrlich versucht geachtet und respektiert wird, und nicht derjenige der beim Versuchen versagt nieder und schlecht gemacht wird, würde positives Handeln viel mehr im Vordergrund stehen.

    Das sind alles nur kleine Teilaspekte von einem viel Größeren. Aber um kurz zu fassen was ich durch dieses etwas ausschweifende Gelaber sagen will:

    Versucht gutes zu tun, respektiert den Versuch anderer, verurteilt nicht das Scheitern bei anderen oder bei euch selbst, so lange es ehrlich versucht wird. Verlangt nicht Dinge von euren Mitmenschen die sie einfach nicht erfüllen können. Erwartet das sie es versuchen, aber nicht das sie es perfekt schaffen, denn NICHTS kann man perfekt schaffen. Denn Perfektionismus liegt im Auge des Betrachters, und das ist bei allen Menschen anders.
    (Dass das auch schon ein „Absolut“ ist ist mir klar 😛 )

  6. KOMMUNIKATION – Ein Rundumschlag

    Ich habe in den letzten Tagen mit dem Gedanken gespielt einen You-Tube-Channel zu machen in dem ich „Werteverlust und so“ zum Thema mache. Allerdings habe ich gemerkt das ich dafür sehr viel Vorbereitung benötige, weil mein Ziel dieser Videos wäre die allgemeine Kommunikation zu verbessern. Klingt vielleicht überheblich, oder utopisch, aber versuchen kann man es ja 🙂

    Ich habe bei den Diskusionen der letzten Wochen immer wieder mit ansehen müssen wir gute Diskussionen, Ideen und Anregungen in Shitstorms und Aggressionen unter gingen.

    Es ist schade das 90% der Menschen sich offensichtlich sofort angegriffen fühlen und mit aller Kraft zurück feuern, oder ihr Wissen als Gegeben für alle anderen Menschen verstehen und deswegen jeden für dumm halten oder verachten der es nicht weiß oder anders sieht.

    Das finde ich bedenklich und ist in meinen Augen der Grund warum viele Ideen oder Anregungen zerrieben oder grundlos angegriffen werden.

    Ich werde versuchen die kommenden Wochen diesen Channel zu planen, und hoffe etwas zu Stande zu bringen das sich sehen lässt und das eventuell einigen wenigen Menschen was bringt, und nicht nur einfach weiteren Internetplatz verbraucht.

    Bis dahin 😉

  7. Meine Antwort auf einen Artikel einer Zeitung der da sinngemäß beschrieb: Wir Männer sind nicht für die Erziehung gemacht, die Frau ist dafür bestimmt. Wir Männer sollten die „alten Sitten“ wieder aufleben lassen. Frau an den Herd, Mann zur Arbeit.

    Oder: Du bist Feminist? Teil 2

    Genau, wir Männer tun gut daran weiter unsere Frauen abwertend zu bezahlen, ihnen Entwicklungschancen zu versperren und die Liebe und Nähe unserer Kinder von uns Männern fern zu halten. Warum sollten wir Männer auch Nähe und einen ehrlichen Bezug zu unseren Kindern bekommen. Die Natur, oder gar Gott, will es ja anscheinend so, und nicht die Gesellschaft und ihre Regeln die Wir als Menschen aufgestellt haben und daran haften bleiben egal wie sehr sich die Welt wandelt.

    Ich weiß der Artikel ist nicht 100% ernst zu nehmen, aber es ist ein spannendes und ernstes Thema.

    Wir Männer tun uns selbst absolut KEINEN Gefallen wenn wir so weiter machen wie bis her. (Zum Glück tut sich ja auch ein wenig) Und wenn ich dann schon höre; „damals“ als die Familien noch funktionierten…. also damals als häusliche Gewalt gang und gebe, Vergewaltigung kein Verbrechen und Liebe und Nähe zu den Kindern noch weich und unmännlich war… wer will diese Zeiten wieder haben?

    Die Männer von einst ackerten so lange die Sonne schien. Lebten in einer Hierarchie der Unterdrückung und Beleidigung. Kamen nach Hause in eine Familie die ihnen fremd war, weil sie diese nie zu Gesicht bekamen. Alles erarbeitete Geld musste DER Mann in die Familie stecken. Es entstand das Gefühl nie etwas für sich ausgeben zu können. Nie etwas großes leisten zu können. Die „Ehefessel“ war eine reale Belastung für DEN Mann. Durchhalten, hart sein und verzweifeln lag an der Tagesordnung. Im Alkohol lag bei vielen eine gern gesehene Abtötung der störenden Gedanken. Gewalt als Ventil des Unmuts und der ständigen Erniedrigung durch Religion, Arbeitsverhältnissen und Mitmännern, sobald man auch nur eine Sache tut nicht ganz „Männlich“ war. Das die Frauen sich auch an ihrer Arbeit zerrieben und schindeten wurde nicht wirklich als Wahrheit akzeptiert. „Das bisschen Haushalt“ sag ich nur.

    Wir Männer haben in diesem Moment die Chance unseres Lebens all das von uns ab zu werfen. Wir könnten endlich wirkliche Männer sein. Wir können Unsere Kinder kennen lernen. Wir können dinge tun die wir wollen. Weil, ja weil auch die Frau arbeitet und mitverdient. Weil man sich die Arbeit teilt und gemeinsam nach Lösungen sucht. Wir Männer haben nur Vorteile durch die Frauenbewegung. Es gibt keinen einzigen Nachteil für uns außer einen verletzten Stolz aus dem vergangenen Jahrhundert, der weder auf Naturgesetzten noch auf höheren Mächten basiert. In der Natur gibt es genug andere Beispiele für Beziehungen und Aufzucht die offensichtlich nicht „gegen die Natur“ sind.

    Wenn die Frau Hausfrau sein will, dann seid dankbar dafür und beschwert euch nicht das wir als Männer dann das ganze Geld aufbringen müssen, auch für ihre Rente. Wenn die Frau arbeiten gehen will seid dankbar dafür das auch sie Geld in die Haushaltskasse bringt und wir Männer unsere Kinder wirklich kennen lernen dürfen und ein wichtiger Teil in ihrem Leben sein dürfen. Und das wir Verantwortung in Teilen abgeben können und uns weiter entwickeln dürfen. Männer müssen zurück in die Erziehung, und nicht wie früher mit dem Schlagstock.

    Das Thema hat einen gewaltigen Rattenschwanz und sorgt für genug Gesprächsstoff um ganze Bücher zu Füllen. Wir Männer sollten nicht davor zurückschrecken was neues zu probieren. Es wäre ziemlich UNMÄNNLICH davor angst zu haben und mal was neues zu probieren. Sind wir Männer nicht die Entdecker und Forscher? Die Eroberer und Revolutionäre? Warum hier Angst haben?

  8. >> ICH WILL DIE WELT VERBESSERN, DESWEGEN ZERSTÖRE ICH ÖFFENTLICHEN BESITZ!?<<

    Also ich lebe in einer links-geneigten Studentenstadt, und dementsprechend sehe ich oft "rebellische" Schilder und darf hier und da auch "rebellische" Aktionen bewundern. Und so sehr die Leute recht haben damit gegen Missstände zu demonstrieren und gegen das allgemeine Wegschauen in der Bevölkerung vor zu gehen aber es kann doch nicht angehen den Besitz anderer zu beschädigen. Ich check das nicht.

    "Wir müssen die Bevölkerung auf unsere Seite bringen. Wir müssen denen zeigen das es besser in der Welt laufen kann" "Ja du hast recht!" "Wie machen wir das am besten?" "Ganz einfach, wir besprühen die noch sauberen Wände von öffentlichen Gebäuden, wie Kliniken, oder Jugendzentren. Und dann noch von Hausbesitzern, Ladenfassaden oder Brücken. Und zwar so das es kaum möglich ist diese Flächen jemals wieder sauber zu bekommen"

    Welcher verkiffte Kopf kommt auf diese SCHIESS Idee. Ich habe das noch nie verstanden. Schon damals bei den Studentenstreiks nicht. Ich habe selber bei Demos in Wiesbaden zu Studiumszeiten mitgemacht. Ich habe mich selber aber jeder Demonstration entzogen die der Bevölkerung und Öffentlichkeit schadet.

    Ich liebe die Stadt in der ich lebe. Und um so mehr macht es mich sauer wenn ich durch die Fußgängerzone und Straßen laufe und sehen muss wie ein Honk auf jede zweite Wand "Wir sind sehr wütend" gesprüht hat, oder auf den Brückenboden "Solidarität (…)" sprüht. Das mag ja alles stimmen. Und in den meisten Fällen stimme ich mehr als zu. Ich sehe mich auch als links orientiert.

    Das Städtebild ist dadurch natürlich sehr viel schöner…. NICHT!!!!
    Und die Leute die das alles wieder sauber machen dürfen werden voll für die Sache einstehen, die dort vermeintlich durch Spray an der Wand klebt. Die finden es ganz toll das man deren Ladenfassaden verschandelt. Menschen wie ich die mit Freude die Altstadt genießen und die schönen alten Hausfassaden schätzt (Alleine die Arbeit die darin gesteckt hat) werden zwar "eure Sache" ähnlich sehen, aber was glauben diese Leute (Die Sprayer) wie man von ihnen denkt?

    "Oh schau, die haben an meine Wand eine schlecht geschriebene Parole gesprüht. Das find' ich ja toll. Ich werde jetzt diese Anonymen sofort unterstützen."

    Fremden Besitz auf diese Art und Weise zu zerstören ist für mich ähnlich Scheisse wie die Leute die Ihren ganzen Müll auf den Wiesen am Fluss liegen lassen. Von der Kippe bis zum Hundehaufen. "Scheiss drauf, das muss die Stadt ja sauber machen…" ja… von unseren Steuern….

    Ich bin für Demos. Ich bin für Protest. Aber Zerstörung von Besitz geht einfach nicht. Und jetzt höre ich schon einige sagen "Ja, aber die Idee von Besitz ist ja schon verkehrt"

    BULLSHIT Solidarität, Nächstenliebe und Sozialwesen hat NICHT mit Besitzlosigkeit zu tun.

    Es gibt echt bessere Wege für eine Sache einzustehen.

  9. >>WIE, DU BIST FEMINIST?<<

    Seit einiger Zeit diskutiere ich mit Julie öfters über Feminismus und Frauen in Medien. Der Auslöser war, man glaubt es kaum, Spiderman.

    Um nicht alles zu wiederholen verlinke ich mal einen Kommentar den ich zu diesem Film bei consulting nerd grils geschrieben habe. Ihr könnt ihn hier lesen, direkt unter dem Beitrag von Julie:
    http://consultingnerdgirls.de/?p=41

    Die Leser unter euch die meinen letzten Kinohirn-Eintrag gelesen haben wissen das ich das Frauenbild recht merkwürdig finde das in Spiderman oder anderen Filmen gezeigt wird.

    Ich bin emanzipiert und feministisch großgezogen worden, und dennoch ist man im Netz der gesellschaftlichen Klischees und Sichtweisen gefangen. Es freut mich daher immer wieder wenn Menschen wie meine Frau mich kurz wachrütteln und mir etwas neues Zeigen oder mich auf etwas anstoßen, das man schon länger gespürt hat aber nicht richtig fest machen konnte.

    Ich habe im Zuge dieser Diskussionen und der Infosuche zu diesem Thema so einiges im Internet entdeckt oder empfohlen bekommen. Neben zig „Wie ticken Männer“ Büchern und ähnlichen selbsternannten Ratgebern die ich in der fernen Vergangenheit gelesen habe fand ich eine Sache sehr beeindruckend.
    Schaut euch mal http://www.youtube.com/user/feministfrequency?feature=results_main auf Youtube an. Diese Frau hat mich sehr beeindruckt. Man muss zwar dazu sagen dass das ganze in Amerika für mich gefühlt heftiger ist als bei uns in Deutschland, aber da wir starke Konsumenten amerikanischer Medien sind ist dieses Thema für uns mehr als wichtig. Schaut euch am besten die ersten Beiträge von ihr an. Sie erklärt da sehr viel und macht einiges sehr deutlich und klar.

    Oft ist man, gerade als Mann, erst einmal etwas abgeschreckt. Man fühlt sich angegriffen oder missverstanden. Aber das liegt nur daran weil man nicht so sein will. Ich will kein Chauvinistenschwein sein. Ich bin nicht wie diese Männer über die Feministinnen weltweit zu recht herziehen. Da man aber ein Mann ist und oft einfach nur die Vokabel „Diese Männer“ und Co verwändet wird ist man schnell mit in dieser Gruppe und fühlt sich angegriffen. Wenn man (als Mann) aber dieses Gefühl ablegen kann, und versteht das es nicht um emanzipierte und moderne Männer geht, sondern um die Chauvinisten dieser Welt die aus einer veralteten Zeit mit in unser Jahrhundert gezerrt und durch Medien bestärkt werden, ja dann kann man deutlich und gut erkennen was alles so schief läuft um Zuge des Fiminismus.

    Viele Dinge die ich gelesen oder gesehen habe, auch bei feminist frequency, finde ich etwas übertrieben oder zu streng. Aber auch das muss man akzeptieren und verstehen. Es muss immer ein starkes Gegenpendeln geben um die Mitte finden zu können. Und 90% von dem was in diesem YouTubechannel gesagt wird würde ich sofort unterschreiben. Mein liebstes Beispiel ist das von Lego, das mir auch unabhängig von dieser Diskussion schwer aufgestoßen ist.

    Ich kann jeder Frau und jedem Mann nur empfehlen sich mal damit auseinander zu setzen. Ich denke vieles davon wird und kann man nicht verhindern können, und ich werde weiter Medien konsumieren und sogar mögen in denen die Geschlechterrollen verwerflich sind aber der Plot und die Inszenierung großartig sind. Es ist nur wichtig das zu wissen, sich dessen bewusst zu sein und es mit Verstand zu konsumieren. Das nicht nachfragen ist die Gefahr in meinen Augen.

    Und um das hier nur grob angesprochene Thema abzuschließen mal eine simple Erkenntnis von meiner Seite. Ich habe nämlich nach einem Gespräch darüber nachgedacht; Wann ist ein Mann für mich ein Mann?

    Abgesehen von seinen eindeutig primären und sekundären Sexualmerkmalen die einen Mann als solches abrunden (Ja das Wort trifft es am besten weil auch ein Transsexueller ein Mann sein kann) sind alle Dinge die für mich einen Mann zu einem echten Mann machen Dinge die ich auch von jeder Frau erwarte. Ein Mann ist nicht weniger Mann wenn er Schwul ist, der wenn er auf Dinge steht die nicht im Allgemeinen als sehr männlich gelten.

    Ehrlich und Wahrhaftig sein. Zu seinen Werten stehen. Offen und Neugierig sein. Verständnisvoll und stark sein. Ein Mann der das erfüllt ist zu respektieren und zu achten. Und all das trifft bei Frauen auch zu. Es ist also nicht die Frage wann ist ein Mann ein Mann und eine Frau eine Frau, sondern: Wann ist ein Mensch ein zu respektierender Mensch und ein vollwertiges, emanzipertes individuelles Wesen.

    So das war jetzt mal wieder sehr viel, und es ist nicht mal ein Bruchteil von dem gesagt worden was ich sagen möchte, und ich glaube auch das über die Hälfte dieses Textes missverständlich ist und falsch verstanden wird, aber naja, das kann man eh nicht verhindern.

    Lange Rede kurzer Sinn; schaut mal um euch und fragt euch, ist es gut so wie es ist, und will ich so leben, welchen kleinen (Egal wie kleinen) Anteil kann und will ich leisten um es besser zu machen?

    Und ja zur Frage. Ich bin Feminist. Ich bin schwer dafür das Frauen in allen Belangen die selben Rechte, Pflichten und Möglichkeiten wie Männer haben. Ich verstehe bis heute nicht den Zustand das Frauen zum Beispiel weniger Geld als Männer bekommen und das bei gleicher Arbeit. Kann das einer Sinnvoll begründen? (Und kommt nicht mit der Kinderbekommen-Kacke. Das ist die dümmste Argumentation überhaupt)

    Dazu auch guter Artikel:
    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2012-08-13/ringen-um-verstaendnis

  10. >> Tadeln und den Finger heben, den Menschen als etwas minderwertiges erkennen <<

    WARNUNG DER BEITRAG IST ETWAS ZU LANG GEWORDEN 😉 Obwohl ich schon die Hälfte wieder gelöscht habe 😀 Ich habe lange überlegt ob ich hier überhaupt was schreibe aber wozu habe ich dann sonst diese Unterseite eröffnet?

    Zur Vorgeschichte, unter einem meiner Comics wurde mir folgender Link gepostet:
    http://erinnye.wordpress.com/2012/06/22/glucksarbeiter-innen-ameisenstrase-mindlace/
    Meine Antwort darauf findet man beim Comic zu dem dieser Link gepostet wurde.
    https://feinelinie.wordpress.com/2012/06/21/zu-spater-stunde/#comment-902

    Aber ich dachte mir ich nutze dieses Thema mal für diese Unterseite hier. Denn ich treffe oft auf solche Kommentare, wenn gleich nicht auf meinem Blog, aber sonst überall im Leben.
    Mir geht es hier auch eher um diese Art von Beitrag als um den Grund des Beitrages, also nicht wundern.

    Viele Philosophen, meist selbsternannt, und andere "große" Denker die ich in meinem Leben bis jetzt getroffen habe oder von denen ich lesen durfte erkennen folgendes:
    Die Welt sei etwas unbegreifliches und grausames. Das Leben sei hart, besonders für die die "nichts" haben und von denen die "alles" haben in noch weniger gezwängt werden um ihr "alles" zu schützen. Der Mensch sei grausam, geizig und an vielen Stellen verachtenswert. Zu diesem Schluss mus man kommen wenn man den erkennenden Philosophen zuhört und nicht weiter nachfragt.

    Und ist das Ziel dieser Philosophen nicht das man darüber nachdenkt? Aber alleine der Anspruch oder die Überheblichkeit sich als "Erkennender" eines Vorschlages zur Besserung zu entziehen ist in meinen Augen bedenklich.

    Denn von den armen offensichtlich "Unwissenden" wird stets etwas verlangt das der Beschuldigende ihnen ständig vorwirft nicht leisten zu können. Zum Beispiel: (Sorry Erinnye, aber das passt gerade gut) Zitat:"Problem bei Ameisen: Sie SIND unbelehrbar."
    Die Hoffnung wird also schon aufgegeben noch bevor man den Tadel ausspricht. Man hat keine Hoffnung mehr, sieht kein Ziel und nur noch Verachtung, hebt den Finger, erniedrigt und beleidigt und will doch das darüber nachgedacht wird. Sinngemäß: "Du bist und bleibst ein Sünder, nichts wird dir helfen können, denn es ist dein Wesen immer zu sündigen und dafür verachte ich dich."

    Nun jetzt kommt oft der Vorwurf von den "Erkennenden" das diese Masse stupide schweigt und sich diesem System unterwirft. Das sie stupide ihr Leben leben, den aufgesetzten Regeln folgen und ihm nacheifern oder sabbernd nach den mentalen Drogen betteln. Zum Beispiel verstümmelte Religion, Fernsehen, Internet oder gar einem Blog 😉 damit sie sich zu dröhnen um nicht zu merken auf was für einem verachtenswerten Weg sie wandeln.
    Ich habe in meinen anderen Unterseiten schonmal darüber geschrieben wie ich als Mediengestalter die Welt verbessern könnte, auch eine Sache über die ich lange nachdenken musste.

    Ich bin seit einigen Jahren zur folgender "Erkenntnis" gekommen:
    Dinge, die man von den Menschen in einer fast schon perversen Form mehr verlangt als er leisten kann, sind verachtens- und nicht erstrebenswert. Dazu gehören für mich auch die Institutionen der großen Religionen, die durch schon groteske Art und Weise die Wahrheit beanspruchen und vom Menschen Dinge verlangen an denen er nur scheitern kann. Jemanden zu verbieten etwas "sündiges" zu Denken ist grausam, weil widernatürlich. Jemanden zu beschuldigen Krank zu sein, oder gar selbst die Entscheidung getroffen zu haben, weil man etwas ist das nicht als "Normal" angesehen wird (Zum Beispiel Homosexualität) ist grausam, weil widernatürlich. Das sind Vergewaltigungen an Geist und Seele. Und wenn man etwas weiter weg von der Religion geht kommen gleiche Muster wieder. In den Meiden wird einem Angst gemacht. Terror durch die Werbung. Wenn du dies oder jenes nicht kaufst oder hast bist du Nichts. Du bist Abfall, du bist nicht normal. Dieser Druck geht wo anders weiter. Es wird stetig verlangt, gedroht und wieder verlangt. Und zwar immer Dinge die ein Mensch nicht leisten kann. Er kommt in einen Zwang, in eine art Lebensvergewaltigung.

    Wir haben also die Situation von Druck und Abhängigkeit die seit tausenden von Jahren perfektioniert und ausgeweitet wird. Diese Mängel zu erkennen ist nicht schwer. Sie sehen zu wollen etwas schwerer, und etwas dagegen zu tun fast unmöglich…

    … wenn man von sich genau so viel verlangt wie die, die einen vergewaltigen.

    Was bringt es nun das Kind (Damit meine ich uns alle) zu strafen und zu beleidigen? Was bringt es den Menschen noch mehr Schuldgefühle zu machen, die er krampfhaft versucht durch Rausch und Beschallung zum schweigen zu bringen?
    Immer wenn ich mich über etwas in der Gesellschaft beklage oder den Finger hebe sollte ich versuchen einen Vorschlag zu machen der den Menschen hilft und der umsetzbar ist (Wenn nicht im großen dann bei mir selbst). Sei es nun Medienkritik oder etwas anderes (Kann man auf jede Thematik anwenden). Das klappt nicht immer… wenn überhaupt. Und das ist in Ordnung. Denn wir sind nicht perfekt.

    Denn ein Kind oder ein Hund, und ich sehe mich selbst als solches/n, nur zu bestrafen bringt nichts. Nur die Kommunikation, das Lob und die Nächstenliebe führen zu Erkenntnis und Verbesserung.
    Es sind kleine Schritte, die man vorschlägt, es sind kleine Dinge, die das Leben verbessern. Es sind Argumente, die begreifbar sind und nicht Beschuldigungen, die einem Helfen ein gutes Gefühl zu bekommen. Das Ziel sollte es nicht sein weniger (Oder gar mehr) schlechtes Gewissen zu haben, sondern mehr ECHTE gute Gefühle durch sein Handeln zu haben. Gefühle die befreien und aufwerten.

    Es ist also wichtig das Philosophen und Denker erkennen was schief läuft, aber es ist niemanden geholfen wenn aus dieser Erkenntnis nur weitere Hoffnungslosigkeit und Verachtung spricht. Nur durch Optimismus und Nächstenliebe entspringt gutes. Ich habe am besten in der Schule gelernt als ich nicht für schlechte Noten bestraft wurde, sondern Fehler als etwas wichtiges und nicht unglaubliche dummes bezeichnet wurden. Man kann nur durch Fehler lernen und nur durch Erfolge bekommt man Bestätigung. Das man auf schlechte Noten hinweist ist wichtig. Das man den Mangel und die Schwäche erkennt ist wichtig. Aber dann muss auch noch etwas kommen das darüber hinaus geht und das gute sucht, findet und belohnt.

    Ich könnte mich über alles auskotzen, aber wenn ich keinen Vorschlag zur Verbesserung habe sollte ich solange die Klappe halten bis ich etwas gefunden habe das in meinen Augen funktionieren könnte oder zur offenen Diskussion einladen ohne zuviel zu verlangen. Weder von mir noch von anderen. Und wenn dieser Vorschlag nicht funktioniert? Na, dann auf zum nächsten Vorschlag. Der Versuch zählt. Nur der Stillstand ist gefährlich.

    Das kann ja auch funktionieren wenn man seine Beschuldigung oder negative Erkenntnis mit einer Aufforderung oder Frage verknüpft. "Was meint ihr wie wir das besser machen könnten. Ist alles so schlecht oder sind nur Teile daraus fehlerhaft?" Kommunikations, und vor allem die Einladung dazu helfen.

    Das korrekte Vorleben, Bestätigen und Unterstützen ist in meinen Augen der rechte weg. Die reine Kritik ist in meinen Augen nicht besser als die Probleme selbst. Denn man kann nicht von jedem Menschen verlangen das er darüber nachdenkt. 😉

    Das klappt halt wie gesagt nicht immer, und das ist in Ordnung. Denn wir sind weit weg davon perfekt zu sein. Warum sollten wir uns dafür bestrafen? Wir sollten uns nur dafür bestrafen wenn wir absolut nichts zu Verbesserung versuchen. Den "etwas" kann man immer tun, es muss nicht viel sein. Es kann was unendlich kleines sein. Dadurch das es gut ist werden wir es öfters tun wollen. Und es wird gut sein. Es nur diese Angst und diese Faulheit die wir hier und da bekämpfen müssen. Wir müssen Sie nicht in der ersten Schlacht bezwingen. Aber hier und da einen kleinen Sieg gegen den inneren Schweinehund gewinnen, das ist das Ziel. Egal wie klein der Sieg ist. Denn nur durch Siege sucht man mehr. Nicht durch das Denken an die vielen noch kommenden Niederlagen.

    Danke Erinnye für deinen Post, ich freue mich über Dinge über die ich nachdenken kann. Auch wenn ich es im Kontext zu meinem Comic etwas sonderbar fand.

  11. >>FAN SEIN<<

    Ich habe ja versprochen das ich wegen der FedCon 2012 mal was über das "Fansein" als solches schreiben wollte.
    Ich muss gleich zu beginn sagen das ich mich selber immer nur ungern als Fan bezeichne. Egal von was. Aber aus Ermangelung an anderen besseren und akzeptierten Worten nutze ich es dennoch. Aber ein Fan ist ein Fanatiker, daher kommt es.

    Ich habe auf der FedCon sehr starke Geek-Momente gehabt. Mich hat es wirklich bewegt einige meiner Stars zu sehen. Aber ich renne jetzt nicht panisch hinterher. Da machen eh nur wenige auf der FedCon so wie ich das beurteilen kann. Richtige "Fanatiker" waren da glaube ich nur wenige. Die normalen "Fans", die "Begeisterten" sind da ruhiger. Sie lieben die Kreativität und die Ideen. Sie schätzen einen Schauspieler und verfolgen seine berufliche Karriere. Ich finde was den "Fan" vom "Fanatiker" unterscheidet ist das ein Fanatiker im Gegensatz zu einem Fan keinerlei Kritik gegen sein Universum zulässt.
    Ich finde man ist ein wahrer "Fan" (UND KEIN FANATIKER) wenn man über seine geliebtes Universum lachen kann, die schwächen kennt und auch die Peinlichkeiten akzeptiert. Wenn man sich selber bei "Wann bist du ein Geek-Fragen" ertappt fühlt und trotzdem darüber lachen kann.

    Im Endeffekt gilt das für alles im Leben denke ich. …. hui jetzt geht's zu weit 😀 Das ist ein anderes Thema… oder doch nicht? Man sagt ja auch das einige "Fans" ihre Begeisterung wie eine Religion leben. Egal ob Fußballfans oder StarTrekfans. Das ist immer dieser gewisse Punkt. Sobald Intolleranz aufkommt und alles andere in den Boden gestampft wird.

    Sind wir mal ehrlich. Was gibt es schlimmeres als einen Fanboy-Flaming-Fight in einem Forum wenn man doch einfach nur etwas über ein Produkt erfahren wollte. Wenn Apple-Fanboys alles in den Boden stampfen das kein Apfel aufgedruckt hat (Anmerkung, ich bin selber überzeugter Apfelnutzer aber kein Steve Jobs-Jünger) Oder Xbox-Fanboys die auch in Foren reinschreiben in denen es nur um Playstation geht nu rum zu sagen wie kacke sie diese Konsole finden.
    Solche leute gibt es immer und diese sind für mich keine Fans, sondern Fanatiker. Sie versalzen einem oft die Suppe weil sie so aggressiv sind.

    Aber es sind zum Glück nur wenige. Sie sind Laut und störend, aber sie kommen gegen die enorme Anzahl von wirklichen Fans, im Sinne von begeistert, nicht an. Das ist auch eine Sache die ich auf der FedCon gemerkt habe.
    Wenn ein Schauspieler über seine eigene Rolle witze machen kann ohne sie zu zerstören und sie weiter zu schätzen kann das ein wahrer Fan auch.

    • Ich unterscheide ja gerne in drei Gruppen: Fans, Fanboys und Fanatiker
      Fans sind das, was man landläufig darunter versteht: Der von einem Thema begeisterte Mensch, der aber durchaus auch Kritik am Objekt der Begeisterung üben und zulassen kann, bzw. sich dessen Mängel bewußt ist.
      Fanboys/girls sind für mich die Fans, die prinzipiell alles AWZUM finden, sobald es mit dem Objekt der Begierde zusammenhängt, die keinerlei Kritik daran zulassen und sich mitunter persönlich(!) angeriffen fühlen, sollte man es wagen, doch Kritik am Allerheiligsten zu üben.
      Fanatiker sind dann für mich die, die andersdenkenden auch gerne mal auf die Fresse hau’n (Stichwort: Fußball) oder die dem Objekt des Fanatismus auch mal nach hause folgen (Stichwort: Schauspieler,Popstars) – also die Sachen tun, wo der Spaß dann endgültig aufhört.

  12. >> URHERBERRECHT << (Kurzform am Ende)

    Es ist ein viel diskutiertes Thema derzeit. Und auch ich habe meine Bedenken wenn ich so höre was alles geplant ist oder wer wie viel Freiheiten haben will. Ich bin als Illustrator direkt davon betroffen wenn es darum geht das Lizenzrecht und das Urheberrecht zu verändern.

    Wir haben hier in Deutschland ein wundervolles System für Künstler und Grafiker, das in keinem anderen Land so zu finden ist. Aber es bröckelt, und das dürfen wir nicht zulassen. Zum Beipsiel:

    In Deutschland kann man das Urheberrecht nicht verkaufen. Ich als Illustrator behalte immer die Rechte an meinen Werken, egal wie viel mein Kunde dafür bezahlt, und selbst dann wenn in meiner Rechnung steht das der Kunde das alleinige Nutzungsrecht hat. In Deutschland ist ein "Total-Buy-Out" gegen das Gesetzt und ist wirkungslos, selbst wenn man ihn einem Kunden zuspricht.

    Die VG-Bild & Kunst (Wie die Gema nur in Lieb) sorgt dafür das Kopien und ähnliches dem Künstler bezahlt werden. Wenn auch nur in kleinen Mengen, aber gut genug um sich als Künstler nicht verarscht vor zu kommen.

    In Deutschland hat Kunst und ähnliche Dienstleistungen den geminderten MwSt-Satz von 7% anstatt die vollen 19% wie andere Gewerbliche.

    Das sind 3 der Punkte die ich am deutschen System liebe. Diese drei Punkte gelten auch für Autoren wenn ich mich nicht irre. In Amerika gab es Autorenstreik, einige Serienfans werden das gespürt haben. Warum? Weil diese Autoren keine Lizenzrechte bekommen. In Amerika kann man das alleine Urheberrecht abkaufen. Eine Sache die Disney und Co ständig machen und sich damit ein Monopol aufbauen können.

    Die Diskusionen um ACTA, PIPA und Co sind eigentlich nichts anderes als versteckte Wege um diese Art der Ausbeutung weiter zu bestärken. Denn es dient nicht zur Verhinderung der Internetkriminalität. Diese macht einen enorm kleinen Teil des Internets aus. Selbst Pornografie, eine Sache für die das Internet geschaffen zu wirken scheint, ist nicht so präsent wie man glauben mag. Kriminalität und Pornographie ist sogar erstaunlich wenig vertreten im WWW unserer Tage wenn man mal die ganzen anderen Informationen dagegen stellt. Wenn es anders wäre wäre das Internet nicht so genial wie es ist.

    Das Internet muss frei bleiben. Denn das Internet gibt dem einfachen Menschen die Möglichkeit sich zu informieren und die Wahrheit, wenn es sie denn gibt, aus den ganzen Informationen zu finden. Ohne das ein Filter dazwischen ist. Wir müssen diese Freiheit schützen.

    Diese Freiheit hat nichts damit zu tun das Urheberrecht oder die Lizenzrechte zu verbieten. Das übersehen, finde ich, einige. Ich lade Bilder in diesen Blog, die Idee und das Bild sind mein geistiges Eigentum. Ich stelle es öffentlich ins Netz. Jeder kann sich diese Bilder herunterladen. Solange diese Bilder nicht verfälscht oder zu gewerblichen Zwecken genutzt werden, ist mir das gleich. Dafür habe ich die VG-Bild und Kunst die mich entschädigt. (Wie gesagt in kleinen aber angemessenen Mengen) Sobald es Gewerblich wird sieht das ganz anders aus. Ich habe die Arbeit geleistet, also will auch ich bezahlt werden. Ganz einfach. Solange aber Leute nur aus Spass an der Freude meine Bilder nutzen, also in keinster Weise damit Geld verdienen können sie diese benutzen wenn sie es ankündigen. Es kann ja passieren das irgen eine politische Bwegung mein Bild benutzt ohne da sich das will weil ich deren Ansichten nicht teile. Das lässt sich aber eh nicht verhindern, also sollte man darüber nicht zu viel nachdenken.

    Disney hat seinen meisten Erfolg damit gemacht (So wie fast alle anderen Firman auch) etwas zu nehmen das keine Lizenz hatte und es dann gewerblich zu verkaufen. Die großen Firmen zitieren und klauen was das zeug hält. Aber sie haben das Geld und die Lobbyarbeit um es als "Eigentum" zu bezeichnen und für andere zu sperren. Zitieren sollte immer möglich sein. Über etwas diskutieren sollte immer möglich sein. Sich über etwas aufregen sollte immer möglich sein. An seiner eigenen Idee zu verdienen sollte immer möglich sein. Seiten sperren hilft nicht viel… wenn es so einfach währe einen guten Hacker abzuhängen gäb es weniger Informatikstudenten auf der Welt 😉

    Lange Rede kurzer Sinn:
    – Ich liebe das System in Deutschland, dieses sollte ausgebaut werden oder zumindest geschützt werden. Ich will keine Verhältnisse wie in Amerika und Co.
    – Jeder der was erfindet soll auch daran verdienen.
    – Zitieren zu ungewerblichen Zwecken sollte immer, zumindest mit Absprache des Erschaffers, möglich sein.
    – Das Internet sollte frei bleiben, es ist eine der größten Erfindungen unserer Zeit

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