Schilder hochhalten ist jetzt modern …

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Die Feminismusbewegung hat es vorgemacht (zumindest habe ich es da als erstes gesehen), jetzt fangen alle an, Schilder hochzuhalten und sich damit fotografieren zu lassen. Bei vielen „Argumenten“ gegen Dinge oder Vorhaben, die einem Großteil der Menschen einfach nur das Leben verschönern würden, hört manHöre ich oft den simplen Unwillen heraus, sich überhaupt damit beschäftigen zu müssen, oder einfach nur unüberwundene Angst. Einige (oder fast alle) Parteien greifen das natürlich instinktiv auf. Einige mehr, andere weniger. Und leider werden die wenigsten Diskussionen auf Augenhöhe geführt. Bei vielen Talkrunden oder Rundfunkdebatten kommt mir regelmäßig die Kotze hoch haben ich ein mehr als unwohles Gefühl und Internetdiskussionen darf man ja auch nicht wirklich lesen (Wie man hier sieht 😉 ), wenn man nicht den ganzen Tag danach einfach nur genervt und geladen sein und alle Hoffnung für die Menschheit verlieren will.

In diesem Sinne, Schilder hoch 😀

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38 Gedanken zu „Schilder hochhalten ist jetzt modern …

  1. ich bitte satire in zukunft deutlich zu kennzeichnen, sonst fall ich noch vor lachen vom stuhl bei dem gedanken, dass das hier ernst gemeint sein könnte! danke. ganz große show! 🙂

  2. Pingback: Angsthasen für Deutschland. « Albmetropole

  3. Der Vorwurf der „Angst“ wird in manchen Politikbereichen recht überstrapaziert. In Bereichen wie der Umweltpolitik hingegen werden Angstgefühle gern zu etwas verantwortungsbewusst Vordenkerischem stilisiert. Z.B. erinnere ich mich noch an einem Film Anfang der 90er, wo die Gefahr des sauren Regens dargestellt wurde. Da wurden dann Bilder von schönen deutschen Wäldern gezeigt, die in 10 Jahren dann -dem Film nach- alle weg wären (die haben da dann kahle Landschaften hinretouschiert). Boah, als Kind war ich aus dem Häuschen. Im Nachhinein weiß ich nun, dass dies pure Panikmache war. Ich möchte mal wohlwollend unterstellen, dass diese Angstmache sogar gut war, weil manchmal nur durch Übertreibungen (bis ins Unsachliche) Politik geändert werden kann. In diesem Sinne kann doch auch eine Kritik an dem alltagsprägenden Feminismus sinnvoll sein. Denn wenn man nicht gerade Gender-Spezialist, bekommt man vom Feminismus doch nur mit (Achtung, pauschale Überspitzung!), dass Männer bei gleicher Qualifikation benachteiligt werden, dass mehr Tinte und Papier durch das ganze „Innen“-Geschreibe verbraucht wird zulasten der Leserlichkeit, und dass Politiker ständig Frauen in DAX-Vorstände bringen wollen aber nicht zur Müllabfuhr (hab noch nie eine Müllfrau gesehen – an Muskelkraft kann es kaum liegen, denn auf der Gorch Fock arbeiten auch Frauen). Ich kenne ein paar Experten, die genau wissen, was Feminismus ist, und dann den Kritikern vorwerfen: „Hey ihr seid ja dumm, informiert euch erst mal – das was ihr kritisiert ist ja gar nicht Feminismus“. Als Gender-Laie möchte ich diesen Rufern gegen den Anti-Feminismus entgegnen: Vielleicht ist es ja gut, dass es ein kritisches Korrektiv gibt, welches den „richtigen“ Feministen hilft, ihren „wahren“ Feminismus durchzusetzen. Aber statt den Ball anzunehmen, werden auf Meta-Ebene die Motive der Ins-Wespennest-Stecher hinterfragt (unterdrückte Angst, keinen Bock sich damit zu beschäftigen, blablabla), wohl aus genau dem Grund, sich nicht beschäftigen zu wollen mit der Kritik oder Angst vor einer Präzisierung der eigenen Position zu haben. Denn: Seit wann ist die Äußerung neuer/anstößiger Denkimpulse plötzlich spießig und verwerflich? Ich dachte, es sei grundweg zu begrüßen, dass sich Menschen für Politik interessieren und versuchen, diese auf vielfältige Art mitzugestalten. Ist das nicht gelebte Demokratie? Oder soll Basisdemokratie nur für diejenigen gelten, die einer bestimmten Meinung sind, während die anderen angeblich Unwissenden ruhig sein sollen?

    • Ich stimme Dir in fast allen Punkten zu. Und viele Aspekte die Du beschreibst erfülle ich ja auch mit diesem Comic. „Im Nachhinein weiß ich nun, dass dies pure Panikmache war. Ich möchte mal wohlwollend unterstellen, dass diese Angstmache sogar gut war, weil manchmal nur durch Übertreibungen (bis ins Unsachliche) Politik geändert werden kann.“ zwar war es nicht meine Absicht mit dem Comic Angst zu schüren, aber als Überspitzung und Reizung war er geplant. Und er hat eigentlich so ziemlich für das gesorgt was ich wollte. Diskussionen, Argumentation und Reflektion. Nur die Reichweite und das Ausmaß habe ich nicht kommen sehen 😀

      Die Kritik am „alltagsprägenden Feminismus“ ist auch völlig legitim und wichtig. Ich diskutiere oft und gerne mit meinem stärker feministisch veranlagten Freundeskreis über richtig oder zu viel der feministischen Sichtweise. Ich bezeichne mich zwar als Feminist, würde aber nie blind allen Feministinnen zustimmen. Doch ist es die Grundidee die wichtig ist, und das ist gleiches Recht und gleiche Pflichten für Mann und Frau und alles dazwischen. Denn ich bin davon überzeugt, dass wir das wahre Potential unserer Gesellschaft nur dann ausschöpfen können, wenn wir diese teilweise lächerlichen Hürden überwinden. Wer seine Mutter, seine Schwester, seine Frau oder seine Tochter liebt kann nicht dafür sein, dass Frauen, nur auf Grund ihrer Geburt, für die sie nichts können, schlechter behandelt werden oder weniger Chancen bekommen. Das Selbe gilt auch für Männer. Wer seinen Vater, seinen Bruder, seinen Mann oder seinen Sohn liebt kann doch nicht wollen, dass dieser sich sein Leben lang verbiegen und beugen muss, falls er einen anderen „untypischen“ Weg einschlagen will. Warum muss sich ein Mann all diesen Zwängen unterwerfen um als Mann oder männlich zu gelten, wenn er doch lieber etwas anderes tun will. Für mich ist es also eine Entwicklung für beide Geschlechter. Dass da viele Pappnasen auf beiden Seiten sind ist ja leider immer so. Und auch wenn ich Gefahr gelaufen bin mit meinem etwas arg überspitzten Comic zu den Pappnasen gezählt zu werden, will ich noch mal sagen wie toll ich es finde das die Menschen darauf reagieren. Sage ich ja auch in meinem Comic danach.

      (so am Rande: Das mit der Müllabfuhr ist auch absolut in Ordnung anzubringen, gilt aber auch für beide Geschlechter. Wir Männer haben uns fast komplett aus der Erziehung der Kleinsten zurückgezogen. Das finde ich fatal. Da kann man ruhig auch mal von einer Männerquote sprechen. Aber Jobs ohne großes Ansehen (Warum auch immer Erzieherarbeit so geringgeschätzt wird) werden leider selten zum Teil der Forderungen. Müllabfuhr ist da sehr passend. Aber halt auch die ganzen Jobs die komischer Weise fast nur Frauen machen, und mir kann keiner erzählen das wir Männer das nicht genauso gut könnten.)

      Und mit deinem letzten Abschnitt hast du auch recht, würde ich sagen, dagegen spricht mein Comic ja auch nicht. Ich äußere meine Meinung wie jeder andere auch, und natürlich darf dagegen argumentiert und auch kritisiert werden. Eine satirische Darstellung von politischen Überzeugungen spricht in keinster Weise gegen Basisdemokratie oder Mitspracherecht.

      Also noch mal Danke für deinen ausführlichen und sachlichen Kommentar. Ich habe ihn mit viel Interesse gelesen und fand ihn sehr spannend.

      Leider sind Internetkommentare nicht die perfekte Plattform für Diskussionen, und die Themen ziehen sich ja schon ein Paar Jahrhunderte, also wird auch durch den Comic sich nichts von heut auf Morgen ändern. Aber solange diskutiert wird bin ich guter Dinge.

      In diesem Sinne

  4. Hi

    Also ich finde diese Botschaften auf den Schildern in einer Zeit, in der 3 Mio. Deutsche trotz Partner mit einem festen Einkommen einen Minijob machen müssen, nur damit das Geld zum Leben reicht doch etwas realitätsfern (siehe den Spruch über das Hausfrauensein). Zumal er meiner Meinung nach nicht die Entscheidung, die dahinter steht, vergesellschaftlichen will (wobei ich noch immer nicht verstehe, was daran von der Gesellschaft nicht akzeptiert wird), sondern viel mehr der Jugend weis macht, dass, sollte man sich dafür entscheiden, man nicht viel wissen muss, weil putzen kann ja schließlich jeder. Dafür muss man nicht wissen, dass der Times Square Teil von New York ist (Zitat einer 18 Jährigen: New York liegt ja in der Nähe vom Times Square) oder wie ein Reh aussieht (ich wurde mal von einer ca. 15 Jährigen gefragt, was das für ein Tier ist, dass da am Zaum entlang läuft).
    Zumal das Schilderhochhalten vor nicht all zu langer Zeit von einer jungen Dame als You Tube Video begonnen wurde (es tauchte auch in den Nachrichten auf) worauf sie der Welt mitgeteilt hat, was ihr wiederfahren ist. Danach hat sie sich (meines Wissens) das Leben genommen. Zieht man nun den (verständlichen) Vergleich zwischen dem, was uns das Mädchen mitteilte, und den Botschaften, die zuletzt aufgetaucht sind… nun ja. Ich empfinde es dann als etwas makaber. Schließlich stelle ich mir dann auch die Frage, ob das Schilderhochhalten so populär wäre, wäre dieses Mädchen nicht gewesen.

    • Hi

      Das mit der Youtuberin wusste ich gar nicht. Als solches finde ich das Schilder hochhalten gar nicht schlimm. Es ist ein Statement, und wirkt persönlicher als nur Text zu verfassen. Da kann man ja auch nichts gegen haben. Also finde ich.

      Danke für deinen Kommentar und die, in meinen Augen, sehr spannenden Infos und Ansichten.

  5. Pingback: Dreadful Gate Productions - Medienkompetenz

  6. Naja…

    Zum einen ist „Angst“ prinzipiell nichts „schlechtes“. Angst ist ein unersetzbares Gefühl, welches uns alle am Leben hält. Und Menschen, die angst vor einer Sache haben, haben ihre persönlichen und individuellen Gründe für diese Ängste. Das ist nichts, was diese Menschen zu schlechteren Lebensformen degradiert.

    Aber mal ganz abgesehen davon: Ich finde diese Schilder seit jeher dämlich, egal, wer sie hochhält. Und was du, liebe/r (?) Leander, irgendwo raushörst, dass solltest du meiner Ansicht nach auch als deine Meinung benennen. Oder höre ich da etwa die Angst raus, dass jemand dich auf deine Ansichten festnageln könnte und dann auch noch rauskäme, dass du falsch liegst?

    Ich genieße meine eigenen Ansichten. Aber ich genieße es auch, wenn andere Menschen meine Ansichten – aus welchem Grund auch immer – nicht teilen. Und ich lehne dafür niemanden ab oder werfe ihm dafür irgendetwas vor (hoffe ich jedenfalls). Wenn ich der Meinung bin, dass meine Meinung die einzig Richtige und Wahre ist, dann habe ich die Möglichkeit, mit andersdenkenden Menschen den Disput zu suchen. Dies verweigere ich aber durch oberflächliche Kritik an allgemein allen Andersdenkenden. Und erst recht durch „man“-Aussagen. Ich-Botschaften sind elementar im kommunikativen Miteinander. Das lernte ich spätestens in der neunten Klasse, soweit ich mich entsinne aber sogar schon lange vorher.

    Viel Spaß beim kotzen. Es wäre schön, wenn du dir die Grundregeln von Argumentationen zu Gemüte führen könntest, für mehr Toleranz im Umgang miteinander. Danke.

    P.S.: Mal drüber nachgedacht, dass viele Menschen Angst haben, wenn sie sich angegriffen fühlen? Das ist eine ganz natürliche Reaktion. Wenn sie sich angegriffen fühlen, dann ist ja fraglich, ob der Angreifer nicht als Täter definiert werden muss. Und so lange bei Themen wie „Feminismus“ oder „Veganismus“ die ach so toleranzbedürftige linke Front offensichtlich der rechten Front als Täter begegnet, läuft doch irgendetwas falsch, oder?

    Meinetwegen soll jeder Mensch denken, essen und machen, was er will, so lange er dabei niemandem sonst absichtlich Schaden zufügt.

    • Ich glaube da denken wir ähnlicher als du denkst, auch wenn ich finde, dass du in diesem Kommentar genau das machst was du mir vorwirfst 🙂 aber dennoch Danke für den Kommentar.

  7. Wordneuschöpfung hin oder her. Mit dem Wort „Nazi“ wird in den USA wohl lax umgegangen, wohl hauptsächlich ihrer Unwissenheit bzgl. des Themas geschuldet. In Deutschland haben wir geschichtlich eine völlig andere Erfahrung mit dem Thema und eine völlig andere Verantwortung im Umgang mit diesen heiklen Begriffen. Wer jeden (sorry) dummen Begriff deshalb aufgreift, weil er in den USA in ist oder von mir aus schon zu uns herübergeschwappt ist, macht sich mitschuldig, dass diese Begriffe (hier „Nazi“) zum Witz-Wort oder Lachnummer reduziert wird. Und das ist ja wohl nicht gewollt, oder … ? 😉

    • Ich sehe den Begriff „Grammar Nazi“ als überspitzte satirische Bezeichnung. Ich sehe den schwarzen und grenzwertigen Humor darin, empfinde die Nutzung aber als eine andere als den „Reinbegriff“ Nazi. Kann allerdings die Kritik voll und ganz verstehen.

      Bin übrigens überrascht wie wenige den Begriff dann doch kennen. Ich begegne ihm seit Jahren überall im Netz.

  8. „Nazis haben aktiv millionen von Menschen getötet, deportiert, interniert, sterilisiert etc. Ich würde nur sehr sehr wenige Gruppen mit dieser Idiologie vergleichen. Ich bitte auf solche unpassenden Vergleiche daher in Zukunft zu verzichten. “

    „Hach, endlich mal wieder ein Grammarnazi.“

    passt irgendwie nicht zusammen.

    • 🙂 Ich habe den Begriff nicht erfunden, und viele von diesen Leuten bezeichnen sich selbst als solche.

      Es ist ein unterschied zu sagen: Alle die auf Grammatik und Rechtschreibung achten sind wie die Nazis, oder einen Umgangssprachlichen, durch die Internetszene geprägten Begriff zu verwenden der genutzt wird um einen Menschen zu umschreiben der meist etwas pedantisch auf die korrekte Schreibweise von Internetbeiträgen achtet. Grammarnazi ist eine neue Wortschöpfung. Der schwarze Humor und die extreme Überspitzung des Wortes ist mir allerdings bewusst. Doch ist der Kontext ebenfalls wichtig.

      Ich sehe den Begriff “Grammar Nazi” als überspitzte satirische Bezeichnung. Ich sehe den schwarzen und grenzwertigen Humor darin, empfinde die Nutzung aber als eine andere als den “Reinbegriff” Nazi, da Grammar Nazi einer satirischen Idee zu Grunde liegt. Kann allerdings die Kritik voll und ganz verstehen.

  9. Ich bin Anti-Feminist, weil als ich versucht habe die Genitalverstümmelung bei Jungen anzuprangern, haben Feministen diese grausame Menschenrechtsverletzung relativiert und versucht den Fokus sofort wieder auf Frauen zu lenken.
    Weibliche Genitalverstümmelung ist illegal und geächtet, die Männliche legal und akzeptiert.
    Wenn man aber versucht für die Rechte von männlichen Kindern einzutreten, wird man sogar noch beschimpft, wie man es wagen könnte die Menschenrechte von Jungen mit denen von Mädchen zu vergleichen.
    Frauen wollten mir erzählen, dass die Vorhaut nur ein nutzloses Stück Haut ist (Nein, sie enthält 60% der Nervenenden am Penis). Frauen, die angeblich für Gleichberechtigung sind, haben sich aktiv GEGEN gleiches Recht auf Genitale Selbstbestimmung ausgesprochen.
    Ich musste mir Gelächter anhören, als ich von meinem Beschneidungstrauma gesprochen habe.
    Feministen sind seitdem für mich nicht besser als Nazis.

    • Sualtam, erst einmal danke für diesen langen Kommentar, und ich freue mich immer über eine gute Diskussion.

      Nazis haben aktiv millionen von Menschen getötet, deportiert, interniert, sterilisiert etc. Ich würde nur sehr sehr wenige Gruppen mit dieser Idiologie vergleichen. Ich bitte auf solche unpassenden Vergleiche daher in Zukunft zu verzichten. (Und ja ich bin mir bewusst das ich das Wort im satirischen Kontext selbst benutze)

      Auch ich habe hier und da meine etwas dämpfenden Erfahrungen mit Feministinnen gemacht, allerdings hat mich das nicht davon abgebracht für die Sache als solches einzustehen. Die Idee alle Menschen gleich zu behandeln (und das ist Feminismus im Endeffekt auf die Geschlechter bezogen) ist löblich und erstrebenswert. Der korrekt gelebte Feminismus ist auch eine Stärkung des Mannes in der Gesellschaft. Um genau zu sein eine Befreiung des Mannes aus anachronistischen Gesellschaftsbildern und Zwängen.
      Ich wage sogar zu behaupten, dass die Feministinnen die du da getroffen hast nicht auf Feminismus aus waren sondern auf eine Art Rache.

      Durch die schlecht geführten Diskussionen kommt es leider immer wieder zu schrecklichen Versteifungen auf beiden Seiten. Einige Feministen verlieren ihr Ziel aus dem Blick und werden zu Extremen, genau so wie die Gegenseite.

      Und du hast natürlich recht das die genitale Selbstbestimmung für beide Geschlechter zu gelten hat. Gar keine Frage.

    • Ich finde es immer bedauerlich, wenn jemand aufgrund von schlechter Erfahrungen mit Einzelpersonen ganze Gruppen ablehnt und sich nicht mehr über das Thema informiert. Natürlich kann man Feminist sein UND gegen die Genitalverstümmelung auch von Jungs (generell an einem Kind eine solche Misshandlung durchzuführen ist jenseits von gut und böse [Ausnahme: medizinische Gründe wie Vorhautverengung]). Trotzdem ist es leider auch so, dass auf den Versuch, auf die Unterdrückung von Frauen aufmerksam zu machen, nur allzu oft mit „Aber die Männer!“ reagiert wird, was einfach nicht legitim ist. Dass dein Trauma verlacht wurde, ist hingegen natürlich total daneben – trotzdem würde ich dich bitten, dich dem Thema nicht gänzlich zu verschließen, nur weil sich auch ein paar Idioten dafür stark machen.

      Der Nazivergleich ist allerdings vollkommen unangebracht.

    • Feminismus meint die Gleich(!)stellung und Gleich(!)berechtigung von weiblichen und männlichen Menschen unserer Gesellschaft. Es wäre schön, wenn du dich mit dem Begriff des Feminismus und der politischen Leitidee auseinandersetzen würdest, statt aufgrund einer negativen Erfahrung im Diskurs mit einer „Feministin“ die Forderungen der feministischen Bewegungen derart zu diffamieren, in der es im Übrigen etliche unterschiedliche Möglichkeiten der konkreten Ausrichtung und eben nicht *den Feminismus* gibt.

      • Aha, er soll sich also mit dem Femismus und seiner politischen Leitidee auseinandersetzen, deren Existenz zu im letzten Satz leugnest. Tolle Ideologie.
        Im übrigen: Gleichstellung und Gleichberechtigung schließen sich gegenseitig aus.

          • Ich würde einfach mal logisch argumentieren, dass Gleichberechtigung bedeutet, dass Mann und Frau gleiche Rechte erhalten, wie z.B. Frau und Mann haben beide das Recht selbst zu entscheiden, ob sie (in der Rolle) als Mann oder als Frau leben wollen. Gleichstellung bedeutet, dass Frauen unabhängig, ob sie die „Rechte“ nun wahrnehmen wollen oder nicht, (dem Mann) gleich gestellt werden. Wenn zum Beispiel aus „Recht auf Arbeit“ „Pflicht zur Arbeit“ wird, um eine hohe Quote an Frauen-Erwerbsarbeit durchzusetzen, dann sieht das zwar auf der Statistik schön gleich gestellt aus, wer leistet aber die Nicht-Erwerbsarbeit? Wie Haushalt, Kinder, Pflege der Eltern? Doch überwiegend weiter die Frau.

            Männer und Frauen haben unterschiedliche Bedürfnisse-
            Die Frau dem Mann gleichzustellen bedeutet ihr das Recht absprechen Frau zu sein, und sich in ihrer traditionellen Rolle der Mutter, Hausfrau usw. selbst zu verwirklichen. Das was für eine Feministen ganz toll ist, wie z.B. das Recht auf körperliche Selbstbestimmung, also bis zur Geburt das eigene Kind töten zu dürfen, weil der Körper nur ihr allein gehört, da wäre ich froh und dankbar, wenn das verboten wäre, weil auch hier aus dem „Recht auf Abtreibung“ eine moralische „Pflicht zur Abtreibung“ abgeleitet wird. Zum Beispiel wurde bei einer Frau in der Familie das 7te Kind abgetrieben, auf Geheiß der Schwiegermutter, weil sie das nicht mehr vertretbar fand. Die arme Frau hat das nicht verkraftet und wurde dann für bestimmt über 10 Jahre in der geschlossenen Psychiatrie mit Medikamenten ruhig gestellt, während die restlichen 6 Kinder dem Schicksal einer grausamen Stiefmutter überlassen wurden, was viele von ihnen seelisch zerstört hat. Ich denke Feminismus zerstört und ruiniert Familien fast überall wo man hinschaut.

            Der Feminismus ist daher leider ein trojanisches Pferd, unter dem Deckmantel der Rechte sind es neue Pflichten, die an die Frau heran getragen werden. Neue Pflichten die die alten Pflichten verdrängen, und dabei „helfen“ die Bevölkerungen zu reduzieren, so dass bestimmte Leute die schlecht teilen können, auch nicht mehr soviel teilen müssen. . . .

          • Ich kann gar nicht deutlich genug betonen, für wie unlogisch und gefährlich ich diesen Kommentar halte. Dennoch danke für die sachliche Ausführung deiner Überzeugungen. Ich schätze das.

      • Na, ich finde, wer „stolz“ über’s „Hirn“ bloggt, sollte auch auf solche „Kleinigkeiten“ achten 😉
        Ich meine das „dass“ in deinem Kommentar, der sagt, dass es dich freut, dass der Comic gefällt.
        Generell stimme ich dir übrigens durchaus zu. Dieses Schilderhochhalten ist schon ein seltsamer Trend.

        • Hehe, naja, du hast natürlich recht, dass man auf so etwas mehr achten sollte. Ich kämpfe schon mein Leben lang mit Rechtschreibung und vor allem mit Kommasetzung 😉 merkt man vielleicht. Ich bin leichter Legastheniker und schnelles Tippen macht es natürlich nicht besser. Ich bin aber davon überzeugt das Rechtschreibung nicht den Intellekt wieder spiegelt. Und ich kann sehr stolz auf das Hirn einer Person sein, auch wenn sie hier und da einen Tippfehler macht, ein Wort falsch schreibt oder ein Komma vergisst. Inhalt ist mir wichtiger als die Regeln drum herum, die sich auch alle paar Jahre ändern.

          Aber ich freue mich immer über freundliche Garammarnazis und Typoboys. Meine „Liebesbeweise“ findet man hier:
          https://feinelinie.wordpress.com/2012/02/06/grammarnaziman-typoboy/
          https://feinelinie.wordpress.com/2012/02/10/grammarnaziman-eilt-zur-rettung/

          In diesem Sinne, frohes Korrigieren.

          • Also, ich fand „wer“ statt „wäre“ im Kontext Elitenbildung eigentlich sehr passend – gerade habe ich mich gewundert, warum es „verbessert“ wurde 😉

          • Wollte es auch erst stehen lassen, aber der Zorn der Grammarnazis ist zu furchteinflößend 😀 Auf Wunsch lade ich die „wer“-Version noch mal dazu 😀

          • Hi,
            Angesichts der obigen Diskussion zumThema Feminismus und ist der Begriff „Grammarnazi“ (oder „Garammarnazi“) zumindest sehr, sehr, sehr schwarzer Humor, oder?
            Aber ich kann tatsächlich darüber schmunzeln 🙂

          • Absolut 🙂 Keine Frage. Wäre ein Versuch einen neuen Begriff zu etablieren. Grammarnazi ist ja eine USA-Interneterfindung, wenn ich mich nicht ganz irre. „Fundamentaler Gramatikist“ oder so wäre eine Alternative. Ist halt nicht so leichtgängig 😉

  10. Würde hier so gerne was konstruktives schreiben, kann aber nur betonen wie gut mir diese vier Aussprüche gefallen…bzw. wie sehr sie mich zum seufzenden Kopfschütteln bringen. So wahr…so wahr…so bitter und wahr.

  11. Leider in der Tat ein Phänomen, was derzeit die Runde macht und von vielen auch noch ahnungslos unterstützt und für toll befunden wird. Auffällig ist aber auch, das sie vor allem Jugendliche ködern. Die kann man noch so schön in die passende Richtung formen.

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